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Kreis Mettmann
Wetterwechsel birgt Schlaganfall-Risiko

Kreis Mettmann: Wetterwechsel birgt Schlaganfall-Risiko
FOTO: fischer
Kreis Mettmann. Die aktuellen Wetterumschwünge machen den Menschen zu schaffen. Viele klagen über Kreislaufprobleme, Müdigkeit und Kopfschmerzen. Starke Temperaturstürze bedeuten ein weitaus größeres Risiko: den Schlaganfall.

Eben herrschte noch Hochsommer mit Temperaturen jenseits von 30 oder gar 35 Grad. Seit Wochenbeginn prasseln Regenschauer auf uns hernieder, und das Thermometer sackte um mehr als die Hälfte durch. An Temperaturschwankungen und Luftveränderungen muss sich der menschliche Körper ständig anpassen. Viele reagieren mit Kopfschmerzen, Müdigkeit und Kreislaufproblemen. Zu diesen Symptomen kommt jetzt noch eine ernste Warnung hinzu: Auch Schlaganfall-Ursachen können ihren Ursprung im Wetterverlauf haben.

"Wenn die Lufttemperatur rasch fällt oder sich die Luftfeuchtigkeit und der Luftdruck binnen eines Tages stark ändern, steigt das Risiko eines Schlaganfalls deutlich an", erklärt Prof. Dr. Michael Linnebank, Leitender Neurologe am Helios Klinikum Niederberg. Gefährlich seien vor allem schnelle Wetterwechsel. Bis zu 48 Stunden nach einem Temperatursturz bleibe das Risiko erhöht, einen Schlaganfall zu erleiden. Dabei ist der Temperaturunterschied gefährlich. Ein ähnliches Risiko lässt sich bei sinkendem Luftdruck oder Änderungen der Luftfeuchtigkeit feststellen. Dadurch werden vor allem kardioembolische Schlaganfälle begünstigt.

"Hierbei handelt es sich um Schlaganfälle, die durch Blutgerinnsel ausgelöst werden, die sich im Herzen aufgrund von bestimmten Rhythmusstörungen ("Vorhofflimmern") bilden und dann als Embolie in das Gehirn gelangen", weiß der Mediziner. Hier verschließen sie meist größere, hirnversorgende Blutgefäße. Daraus resultieren in der Regel schwerwiegende Schlaganfälle. Temperaturstürze können ein Vorhofflimmern auslösen.

Grundsätzlich spielen auch weitere physiologische Gesetze eine Rolle: Bei stark fallenden Temperaturen versucht sich der Körper vor dem Auskühlen zu schützen, indem sich die Gefäße zusammenziehen. "An ohnehin verengten Gefäßabschnitten kann dies zum kompletten Verschluss des Gefäßes und damit zum Schlaganfall führen. Für diesen Zusammenhang spricht auch die Tatsache, dass das Schlaganfallrisiko bei rapiden Temperaturanstiegen deutlich sinkt", so Prof Linnebank.

Besonders empfindlich auf Wetteränderungen reagieren Menschen, die ohnehin ein erhöhtes Schlaganfallrisiko aufweisen, wie zum Beispiel Diabetiker, Patienten mit Gefäßerkrankungen, Bluthochdruck sowie ältere Menschen. Typische Symptome, die einem Schlaganfall vorausgehen können, sind halbseitige Lähmungen an Armen, Beinen oder im Gesicht, Sehstörungen sowie Schwindel oder Gangunsicherheit. Jeder Schlaganfall ist ein Notfall. Betroffene müssen schnellstmöglich versorgt werden. Im Zweifel immer einen Notarzt rufen!

(RP/dne)
 
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