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Langenfeld
Wie Schrott zu Kunst wird

Langenfeld: Wie Schrott zu Kunst wird
Franz Leinfelder zeigt seine Werke im Kunstraum des Kunstvereins Langenfeld. FOTO: RALPH MATZERATH
Langenfeld. Franz Leinfelder, Schöpfer der "Schwadlappen" im Kreisverkehr an der Hardt, stellt im Langenfelder Kunstraum aus. Von Isabel Klaas

Einer der Orte, wo Franz Leinfelder sich wohlfühlt, ist der Schwelmer Schrottplatz. Da findet er, was er für seine Kunst braucht: Stanzabfälle, Werkzeugteile, alte Zangen und Bohrer, Schrauben, Nägel, Blechstücke. Die anderen Utensilien werden angeschwemmt - an Flussufern, Seen und am Meer: Treibholz in jeglicher Variation gehört zu seinen bevorzugten Materialien. Was daraus unter seinen Händen entsteht, kann man bis zum 7. April im Raum des Langenfelder Kunstvereins an der Hauptstraße 135 sehen. "Assemblagen" hat Kuratorin Beate Domdey-Fehlau die Ausstellung des regionalen Künstlers genannt: ein Aneinanderfügen von Materialien und Gegenständen, wie es im Dadaismus, der Fluxus- und Aktionskunst schon bedeutende Menschen vorgemacht hätten.

Die Ausstellung wurde mit großer Resonanz eröffnet. Unter über 100 Kunstfreunden waren auch einige aus den umliegenden Städten dabei. Landschaftsarchitekt und Kunstsammler Richard Bödeker war aus Mettmann gekommen. "Ich bin mit Franz Leinfelder sehr befreundet und schätze seine Kunst. Die Konstruktion und die Mischung der Materialien, die er verwendet, bewundere ich", sagte er. Martina Chardin, Künstlerin aus Mettmann, lobte vor allem die Leichtigkeit und die Routine, mit der Leinfelder Ungewöhnliches und Spannendes schaffe. Das war es auch, was Besucherin Barbara Neusel-Munkenbeck herausstellte: "Die Dreidimensionalität gefällt mir. Und ich bin immer wieder gespannt, welche Materialien er kombiniert", sagte die Bestatterin.

Franz Leinfelder, der vielen als der Schöpfer der drei Schwadlappen auf dem Kreisverkehr an der Unterführung in der Hardt bekannt sein dürfte, überrascht im Kunstraum mit vielen brandneuen Arbeiten - hinter Plexiglas zum Beispiel, oder als Haufen von blitzenden Fleischwölfen, die er zur Skulptur verarbeitet hat. In seinen neuen Arbeiten setzt er auf die Wiederholung einer Form - zum Beispiel die Holzgriffe von Fuchsschwänzen, die er symmetrisch anordnet und übermalt, oder ein gutes Dutzend gleichförmige Stanzausschnitte, die er als Flugzeuge über eine Fläche starten lässt.

Aber auch Großformatiges, das an den katalonischen Künstler des Informellen, Antoni Tàpies, erinnert, gibt es zu sehen. Seine Vorliebe für die Kreuzform findet sich auch bei Leinfelder wieder. Wer in seinen Assemblagen auf die Suche geht, findet Erstaunliches: Briefmarken, Zigarrenschiffchen, Rabatt-Marken und mehr.

Insgesamt gibt es eine interessante Werkschau mit rund 30 Arbeiten des Autodidakten, der im Alter von 75 Jahren neben seiner Kunst immer noch als selbstständiger Landmesser arbeitet. Die ältesten Kunstwerke stammen aus den 1990er Jahren, die neuesten erst aus diesem Jahr. Sie alle sind käuflich zu erwerben.

Quelle: RP
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