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Langenfeld
Wiescheider Schule platzt aus allen Nähten

Langenfeld: Wiescheider Schule platzt aus allen Nähten
Mehr Spielkameraden - das gefällt den Wiescheider Schülern. Allerdings gibt es ein Platzproblem. Ab August droht es eng zu werden an der Schule. FOTO: matzerath
Langenfeld. Im kommenden Schuljahr wird die Grundschule eine Klasse mehr als geplant aufnehmen müssen. Elternvertreter schlagen Alarm. Von Thomas Gutmann

Andere Grundschulen haben eine Mensa - in Wiescheid wird da zu Mittag gegessen, wo auch gespielt und gebastelt wird. Andere Schulen haben eine Turnhalle - die Wiescheider Schüler müssen wegen der Flüchtlingsaufnahme zum zwei Kilometer entfernten "Brückentor" ausweichen. Jetzt droht in Langenfelds kleinster Grundschule auch noch eine Zuspitzung der ohnehin wenig komfortablen Raumsituation. Die Elternpflegschaftsvorsitzende Cornelia Leibrock will das nicht hinnehmen. "Es besteht kurzfristig Handlungsbedarf", alarmierte sie jetzt den städtischen Schulausschuss: "Wir brauchen bis zum Beginn des kommenden Schuljahres zusätzliche Räumlichkeiten."

Im Klartext: Die Schule an der Parkstraße platzt aus allen Nähten. Grund ist der Baby-Boom im bergischen Ortsteil. Mehrere Neubaugebiete haben Wiescheid auf inzwischen mehr als 3500 Einwohner wachsen lassen. Vor allem junge Familien sind zugezogen. Die Folge: Statt der eigentlich geplanten einen Eingangsklasse wird die Grundschule im August zwei i-Dotz-Klassen einrichten müssen. 36 Wiescheider ABC-Schützen drängen nach dem aktuellen Anmeldestand an die Schule, hinzu kommen erfahrungsgemäß noch ein paar Kinder aus Solingen-Aufderhöhe. "Da der derzeitige vierte Jahrgang aus nur einer Klasse besteht, werden es ab August insgesamt sieben statt sechs Klassen sein", sagt die kommissarische Schulleiterin Barbara Stock.

Der zusätzlich benötigte Klassenraum soll - so der bisherige Plan der Schulverwaltung im Rathaus - "aus dem Bestand" kommen. "Die Schule verfügt neben den Klassenräumen über einen Mehrzweck- und einen EDV-Raum", sagt Schulamtsleiter Carsten Lüdorf. Den Spielraum, den er ausmacht, sieht die Elternvertreterin jedoch ganz und gar nicht: "Wir benötigen diese Räume für die Offene Ganztagsbetreuung (Ogata) - da kann man nicht einfach einen Raum wegnehmen."

Ogata - auch sie trägt dazu bei, dass es an der Grundschule eng geworden ist. Hieß es es vor ein paar Jahren noch: "In Wiescheid gehen die Uhren anders, da sorgen die Mütter ab dem Mittag selbst für ihre Kinder", so nehmen inzwischen mehr als zwei Drittel der Familien die Ogata in Anspruch. "Rund 100 der insgesamt 142 Schüler werden nach dem Unterricht betreut, wenn auch überwiegend nur bis 14 Uhr", sagt Leibrock. Unter beengten Verhältnissen bedeute dies: "Während die Älteren noch Unterricht haben, wird es ab spätestens 12 Uhr laut auf den Fluren. Das ist weder für die, die noch lernen müssen schön, noch für diejenigen, die leise sein sollen."

Eigentlich, sagt Amtschef Lüdorf, "müsste der Platz, der vormittags für rund 150 Schüler reicht, auch nachmittags für etwas weniger reichen". Laut Leibrock ist dies aber nur in der Theorie so: "Ogata-Gruppen sind kleiner als Klassen. Deshalb und wegen der verschiedenen Aktivitäten lässt sich das Raumprogramm nicht einfach vom Vormittag auf den Nachmittag übertragen." Ein kurzfristiger Ausweg könnte eine Container-Lösung sein. Lüdorf nennt das eine Option, will sich aber noch nicht festlegen: "Bevor wir Investitionen tätigen, müssen wir erst einmal abschätzen, wie sich die Schülerzahlen über 2016/17 hinaus entwickeln."

Quelle: RP
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