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Monheim
Wildbienen fliegen auf Schelmenturm

Monheim: Wildbienen fliegen auf Schelmenturm
Der Schelmenturm für Wildbienen nimmt Gestalt an. Die Naturschützer packten mit an. FOTO: Nabu
Monheim. Im Marienburg-Park steht jetzt weitere Miniaturausgabe des Monheimer Wahrzeichens. Sie schafft Nistmöglichkeiten. Von Stephan Meisel und Dorothee Schmidt-Elmendorff

Als Monheims Wahrzeichen steht der Schelmenturm unverrückbar in der Altstadt. Doch in fußläufiger Entfernung gibt es von ihm jetzt zwei Miniaturausgaben. Nach dem Kletterturm auf dem noch nicht freigegebenen neuen Spielplatz im Rheinbogen entsteht ein weiteres Schelmentürmchen im Park der Marienburg. Er soll demnächst als Kinderstube für Hunderte von Wildbienen dienen. Auf Initiative des örtlichen Naturschutzbunds (Nabu) hin und dank eines von der Monheimer Bürgerstiftung "Minsche vür Minsche" spendierten Zuschusses in Höhe von 1500 Euro ist das Vorhaben schon weit gediehen. Die, für die der hölzerne Bau gedacht ist, scheinen schon vor der Fertigstellung voll auf ihn zu fliegen.

In unmittelbarer Nähe zu einer Streuobst- und einer Wildblumenwiese fänden die kleinen Bestäuber gute Nahrungsgründe, sagt Detlev Garn. "Die ersten gehörnten und roten Mauerbienen sind schon da", berichtet der Imker erfreut. Nach Vorgaben des Fachmanns hatte die Monheimer Zimmerei Neuko den Korpus des etwa drei Meter hohen Holzturms gefertigt. Bei der Aufstellung im Park in Richtung Rhein wurden auch schon die ersten 25 mit durchlöcherten Astscheiben und hohlen Pflanzenstängeln gefüllten Holzkästchen eingesetzt. "Zehn weitere solcher vor allem von Nabu-Mitgliedern gefertigten Module folgen noch am kommenden Samstag", sagt Garn. "Der Zeitpunkt zur Obstbaumblüte ist ideal."

Der Aufruf des Monheimer Nabu-Beauftragen Frank Gennes nach Mithilfe bei diesem Projekt war ohne nennenswerte Resonanz geblieben. Immerhin sei Material gespendet worden.

Im Gegensatz zu den Honigbienen, die in Völkern gehalten werden, sind Wildbienen, wie die Mauer-, Schmal- oder Pelzbienen, Einzelgänger, erklärt Garn. "Hier ist jede Biene eine Königin." Auch durch den Verlust von Nistmöglichkeiten seien aber viele dieser Wildbienen-Arten in ihrem Bestand gefährdet. Als Nist-Material eigneten sich luftgetrocknete Astscheiben, hohle Pflanzenstängel, wie Bambus- oder Chinaschilfhalme, aber auch markhaltige Stängel von Brombeere, Himbeere und Holunder mit einem Innendurchmesser von zwei bis neun Millimetern. "Die Weibchen legen an das Ende einer Nisthöhle einen Klumpen Pollen und etwas Nektar ab, darauf kommt ein Ei, dann wird die Kammer verschlossen und dieser Vorgang wiederholt sich, bis die Höhle voll belegt ist. Aus dem letzten Ei entwickelt sich ein Männchen. Es begattet die Weibchen, die auf dem Weg ins Freie zwangsläufig an ihm vorbei müssen."

Die Dachflächen sind teils mit Aluschindeln gedeckt, teils werden sie noch mit Sukkulenten begrünt. Das robuste Holzhaus soll langlebig sein, sagt Garn. "Wir hoffen, dass es schon 40 bis 50 Jahre überdauern wird." Erfreut wäre er, wenn bei der Landschaftsgestaltung mehr für Bienen getan würde. Wichtig seien etwa Blühstreifen an Äckern - wie sie in Langenfeld gefördert werden.

Quelle: RP
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