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Langenfeld/Monheim
Windräder an der A 59 nur als Zusatzangebot

Langenfeld/Monheim: Windräder an der A 59 nur als Zusatzangebot
FOTO: Matzerath, Ralph (rm-)
Langenfeld/Monheim. Im Langenfelder Planungsausschuss befürworteten die Stadtpolitiker Windkraftanlagen an der Autobahn A 59, wie sie auch auf Monheimer Seite vorgesehen sind. Doch Reusrath gilt weiter als erster Standort. Von Stephan Meisel

Der Bau von Windkraftanlagen (WKA) an der Stadtgrenze scheint in Gang zu kommen. Beiderseits der Autobahn A 59 werden sich womöglich bereits 2014/15 fünf Windräder drehen. Wie berichtet, stellten am Donnerstagabend die Politiker in den Planungsausschüssen beider Städte die Weichen für entsprechende Änderungen der Flächennutzungspläne.

Auf Langenfelder Gebiet könnten nach Angaben des städtischen Planers Stephan Anhalt auf einem 24 Hektar großen Streifen entlang der Autobahn ein oder zwei Windräder platziert werden, ein weiteres auf einem sieben Hektar großen Gelände im Süden der Wasserski-Seen. Wie Anhalt im Planungsausschuss unterstrich, ist der seit Jahren im Raume stehende Bau von Windrädern im Süden von Reusrath damit nicht vom Tisch. Dort hatte der Stadtrat 2007 eine rund 45 Hektar große Ackerfläche als so genannte Konzentrationszone festgelegt, wie es der Bund zur Förderung der Windenergie in Deutschland von Städten verlangt (siehe Infobox).

"Als Reusrather war ich bis vor kurzem der Meinung, dass mit der Errichtung von Windrädern an der A 59 das Vorhaben in Reusrath zu den Akten gelegt werden könnte", merkte Vizebürgermeister Dieter Braschoss (CDU) in der Sitzung an. "Aber da musste ich mich leider eines Besseren belehren lassen." Dennoch stimmte er mit seinen Fraktionskollegen und denen von SPD, FDP und Grünen grundsätzlich dafür, WKA an der A 59 zu ermöglichen. Allein die BGL, für die Andreas Krömer wegen der noch nicht angeschlossenen Winddialog-Diskussionsreihe vergeblich eine Vertagung beantragt hatte, stimmte dagegen.

Tatsächlich erfüllen die beiden genannten und zusammen 31 Hektar großen Flächen an der A 59 nach Anhalts Worten nicht die Ansprüche, die der Bund an eine WKA-Konzentrationszone stellt und die in Reusrath erfüllt würden. Und deshalb gelten sie nur als so genannter Ergänzungsstandort. Das heißt: Wenn der Flächennutzungsplan bis 2014 entsprechend geändert ist, könnten auf Langenfelder Gebiet bis zu drei Windräder an der A 59 und zusätzlich drei bis fünf Windräder im Süden Reusraths errichtet werden. Daran würde laut Anhalt auch eine noch engere Zusammenarbeit mit Monheim etwa über einen Zweckverband nichts ändern. "Um über die Autobahn hinweg eine gemeinsame WKA-Konzentrationszone zu schaffen, müssten beide Städte formal nochmals bei Null anfangen." Und dann müssten nach dem vom Bundesverwaltungsgericht festgelegten Maßstab als Resultat mehr Windräder herauskommen, als es für beide Städte getrennt verlangt werde. "Zudem müssten wir uns mit den Monheimern auf einheitliche Kriterien verständigen. In unseren Untersuchungen beträgt der Mindestabstand zu Wohngebieten 600 Meter, in Monheim 450 Meter."

Für die CDU forderte Braschoss die Verwaltung auf, in der weiteren WKA-Planung mögliche Gefährdungen durch den so genannten Infraschall – extrem niederfrequente Schallwellen – untersuchen zu lassen. Besorgte Bürger hatten dies in einem Appell an den Ausschuss gefordert. Anhalt verwies auf eine noch laufende Studie des Bundesumweltamts, mit dessen Ergebnissen 2014 zu rechnen sei.

www.rp-online/langenfeld.de

(RP/ac)
 
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