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Langenfeld/Monheim
Windräder: Bezirksregierung irrte

Langenfeld/Monheim. Mit einem Versehen der Bezirksregierung begründet Bürgermeister Frank Schneider (CDU) den nach seinen Worten falschen Eindruck, er sei gegen den Bau von Windkraftanlagen in Langenfeld.

"An dem einstimmigen Ratsbeschluss zum Klimaschutzkonzept, in dem unter anderem Windkraftanlagen in Langenfeld ermöglicht werden sollen, halte ich nach wie vor fest." In einem Zwischenbericht habe er lediglich festgestellt, dass aufgrund der Lage im Trinkwasserschutzgebiet beziehungsweise wegen des auf Fledermäuse und Vögel bezogenen Artenschutzes "Windräder in Berghausen nach den vorliegenden Erkenntnissen nicht genehmigungsfähig sind". Weiterhin seien in der im südlichen Reusrath ausgewiesenen Konzentrationszone Windräder möglich.

Schneider widersprach der Aussage der Bezirksregierung, die Langenfelder Stadtverwaltung habe sich bereits im Dezember aus dem Planänderungsverfahren für den Bau von zwei Windrädern an der Stadtgrenze zu Monheim zurückgezogen. Tatsächlich räumte für die Bezirksregierung deren Pressesprecher Bernd Hamacher "eine offensichtliche Verwechslung des Sachverhalts" ein. Bei dem gemeinsamen Vorhaben der benachbarten Städte, beiderseits der Autobahn A 59 den Bau von insgesamt fünf Windrädern zu ermöglichen, habe nicht Langenfeld, sondern Monheim die landesplanerische Anfrage Ende 2013 zurückgenommen.

Das bestätigte Monheims Bürgermeister Daniel Zimmermann (Peto) auf Anfrage der RP, doch sei dies "aus taktischen Gründen" geschehen. Die Stadtverwaltung sei noch dabei, für die auf Monheimer Gebiet nahe der A 59 vorgesehenen drei Windräder die Vereinbarkeit mit den Belangen des Trinkwasser- und des Artenschutzes überprüfen zu lassen. Weil die Unterlagen Ende 2013 nicht vollständig waren und eine Rückstellung nicht möglich gewesen sei, habe Monheim die landesplanerische Anfrage zurückgenommen.

"Wir wollten nicht riskieren, dass die Bezirksregierung das Vorhaben ablehnt." Die hinsichtlich Trinkwasser- und Artenschutz geäußerten Bedenken bezeichnete Zimmermann zwar als bedeutsame Einwände, doch gelte es, wie in jedem Planverfahren, auf offene Fragen die passenden Antworten zu finden. "Erst dann kann man entscheiden, ob die Bedenken dem Projekt wirklich entgegenstehen."

Anders als Zimmermann für Monheim sieht Schneider nach eigenen Worten keine Möglichkeit, die von der Bezirksregierung erhobenen Bedenken zu zerstreuen. Ein nahe der Wasserskianlage ins Auge gefasstes Windrad sei aufgrund des dortigen Fledermausaufkommens nicht möglich, ein östlich der A 59 vorgesehener Standort sei "innerhalb der Wasserschutzzone IIA in keinem Fall genehmigungsfähig". Indes entscheide, so Schneider, "selbstverständlich der Stadtrat". Die SPD-Fraktion befürwortete gestern den Antrag der Grünen, zu dem Thema eine Sondersitzung des Planungs- und Umweltausschusses einzuberufen. Die CDU kritisierte den Antrag und bezeichnete Schneiders Vorgehen als richtig.

(mei)
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