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Langenfeld
Windräder rücken näher

Langenfeld: Windräder rücken näher
Als mögliche Standorte für Windräder in Langenfeld untersuchte Ökoplan sieben so genannte Potenzialflächen (Beschreibung im Artikel). Allein die Fläche Nummer 7 im Süden Reusraths sei geeignet (grün), befanden die Gutachterinnen, vier weitere Flächen bedingt (gelb). FOTO: Ökoplan
Langenfeld. Das Ingenieurbüro Ökoplan hat sein Gutachten über mögliche Standorte für Windkraftanlagen vorgelegt. Von sieben untersuchten Flächen sei allein die im Reusrather Süden gelegene geeignet, vier weitere seien es bedingt. Von Stephan Meisel

Womöglich schon sehr bald werden auf den Äckern im Reusrather Süden drei Windkraftanlagen (WKA) errichtet. Allein diese als so genannte Konzentrationszone (siehe Infokasten) ausgewiesene Fläche sei für den im städtischen Klimaschutzkonzept befürworteten Bau von Windrädern auf Langenfelder Gebiet geeignet, heißt es in einem jetzt vorgelegten Gutachten des Essener Büros Ökoplan.

Im Auftrag der Stadt hatten dessen Ingenieurinnen Claudia Bredemann und Stefanie Windisch noch sechs weitere Flächen als mögliche Standorte untersucht, diese aber allesamt als ungeeignet oder allenfalls bedingt geeignet empfunden. Am 28. Juni werden sich die Stadtpolitiker im Umwelt- und Planungsausschuss öffentlich (ab 18 Uhr, Bürgersaal des Rathauses) mit dem Gutachten befassen.

Sieben Gebiete, in denen die für eine WKA wirtschaftlich notwendige Windstärke von 5,0 bis 5,5 Meter pro Sekunde erreicht wird, haben Bredemann und Windisch in ihrer Untersuchung bewertet (siehe auch Grafik):

Für ungeeignet halten sie das Ackergelände sowohl nordwestlich von Richrath am Viehbach und am Rande des Garather Walds, unmittelbar an der Hildener Stadtgrenze (Potenzialfläche 1 in der Grafik) als auch südlich von Berghausen westlich der Autobahn A 59 (PF 3). In beiden Fällen sehen die Gutachter Konflikte mit dem Artenschutz, weil die dort lebenden Fledermäuse und Vögel gefährdet würden.

Bedingt geeignet für den Bau eines oder maximal zweier Windräder sind nach Ansicht der Gutachter die landwirtschaftlichen Flächen westlich Richraths und nördlich von Wolfhagen (PF 2), die wegen vieler Wanderer und Radfahrer einen hohen Erholungsfaktor haben; das aufgrund des kleinen Zuschnitts eingeschränkte Areal südlich Berghausens und östlich der A 59 (PF 4); sowie die ebenfalls von Vögeln der nahen Baggerseen angeflogenen Flächen nördlich des Autobahnkreuzes Monheim-Süd (PF 5); sowie südwestlich der Siedlung Neurath an der Grenze zu Leverkusen (PF 6).

Geeignet ist laut Bredemann und Windisch allein das Gelände nahe der Ackerstraße am südlichen Rand von Reusrath (PF 7). Zwar räumen die Gutachterinnen ein, dass auch dort der Bau von bis zu drei Windrädern nicht ohne Beeinträchtigungen etwa des Landschaftsbildes vonstatten gehen werde. Doch das Konfliktpotenzial im Hinblick auf den Artenschutz schätzen sie als vergleichsweise gering ein, weil diese Fläche als Rast- und Brutgebiet für Vögel nur eine untergeordnete Rolle spiele.

Wie die RP berichtete und Ende 2011 bei einer großen Podiumsdiskussion im Reusrather Schützenheim thematisch vertiefte, stehen bereits Investoren für den Bau mehrerer Windräder bereit. Die Ökoplan-Gutachterinnen schlagen den Stadtpolitikern alternativ zwei Möglichkeiten vor: Entweder legen sie das als geeignet bezeichnete Gelände als WKA-Konzentrationszone mit einer Höhenbegrenzung im Flächennutzungsplan fest. Oder sie verzichten hierauf und ermöglichen jeweils über Genehmigungsverfahren den Bau einzelner Windräder.

In der Ausschuss-Sitzung am Donnerstag nächster Woche wird die Bürgerinitiative "Ruhiger Horizont Reusrath" beantragen, in die weitere Diskussion über Windräder im Stadtsüden einbezogen zu werden. Ihr Vorsitzender Matthias Saturnus verweist auf etliche Nachteile, die deren Errichtung für Anwohner und Spaziergänger bedeuten würde.

 

(RP/rl)
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