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Langenfeld
Windräder-Streit geht in die nächste Runde

Langenfeld: Windräder-Streit geht in die nächste Runde
Mit dieser am PC erzeugten Fotomontage wollte der Investor zeigen, dass Windräder in Reusrath kaum mehr stören als vorhandene Strommasten. FOTO: SL
Langenfeld. Während CDU, BGL und FDP die Bestätigung der 100-Meter-Höhengrenze begrüßen, gibt's von SPD und Grünen Kritik. Von Thomas Gutmann und Stephan Meisel

Das Projekt "Windräder in Reusrath" ist durch das Urteil des Düsseldorfer Verwaltungsgerichts bis auf weiteres gestoppt - nicht aber der Streit darüber. Während CDU-Ratsmehrheit, BGL und FDP die Bestätigung der 100-Meter-Höhenbegrenzung für die Windkraftkonzentrationszone im Stadtsüden begrüßen, äußern sich SPD und Grüne kritisch. Wie berichtet, hatte das Gericht am vorigen Mittwoch die Klage der SL Naturenergie GmbH (Gladbeck) gegen die Nichtgenehmigung ihres Reusrather Windkraftprojekts zurückgewiesen. Das Argument, 100-Meter-Anlagen seien in Reusrath nicht wirtschaftlich zu betreiben, habe der Investor nicht hinreichend belegt.

Sascha Steinfels, Ratsfraktionschef der SPD, geht davon aus, dass die Windräder trotz des Urteils kommen werden. "Der landesweit auftretende, technisch hochversierte und für Bürgerbeteiligung bekannte Investor ist keine Heuschrecke und kein Abschreibungsbetreiber in der Branche", sagt Steinfels. "Da er bereits für Gutachten und Grundstücke in Vorleistung getreten ist, wird sich Reusrath mindestens auf 100 Meter hohe Windräder einstellen dürfen, auch wenn das einige emotionale Schreihälse und Scheinheilige gerne verdrängen und nicht wahrhaben wollen." Auch 150-Meter-Anlagen hält Steinfels mit Blick auf die nächste Instanz für möglich. "Beschädigt" sieht er Frank Schneider (CDU), der ebenfalls für eine Lockerung der Höhenbegrenzung auf 150 Meter ist, damit aber in seiner eigenen Partei und im Juni auch im Rat abgeblitzt war.

Jürgen Brüne sagte zu den Einlassungen von Steinfels: "Die Windradfrage ist die einzige Meinungsverschiedenheit zwischen dem Bürgermeister und uns. So etwas muss man und das werden wir aushalten." In der Sache sehe sich seine Fraktion durch das Urteil voll bestätigt: "Wir halten die Höhenbegrenzung für rechtens und richtig, weil höhere Anlagen nicht nach Reusrath passen."

Ähnlich kommentiert Gerold Wenzens von der BGL den Richterspruch: "Die Höhenbegrenzung ist seinerzeit nicht willkürlich festgelegt worden, sondern auf Basis eines dicken Gutachtens. Danach sind dort aufgrund des Landschaftsbildes nur Anlagen bis 100 Meter Höhe vertretbar."

Ähnlich äußerte sich Frank Noack (FDP), der nach eigenen Worten das Urteil so erwartet hatte. "Schließlich hatte die Stadtverwaltung in der Vergangenheit ja immer gesagt, dass die Zulässigkeit dieser 100-Meter-Höhengrenze gerichtsfest sei."

"Ich bin sehr enttäuscht", meinte hingegen der Grünen-Ratsherr Dr. Günter Herweg zum Urteil des Verwaltungsgerichts, das er als Zuschauer in Düsseldorf vernommen hatte. Die Begründung des Gerichts sei sehr dünn gewesen, so Herweg, der dem abgewiesenen Investor in einer Berufungsverhandlung gute Chancen einräumt. "Falls Windkraft in nächster Zeit nicht möglich sein sollte, müssen zu der im Langenfelder Klimaschutz-Konzept als Ziel festgelegten Verringerung von Kohlendioxid alternative Einsparmöglichkeiten festgelegt werden."

Quelle: RP
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