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Arne Tom Wörden
"Wir suchen auch Mittfünfziger"

Langenfeld. Der Diplom-Volkswirt berichtet über die Mechanismen bei Personalsuche und Auswahl.

Langenfeld Diplom-Volkswirt Arne tom Wörden (47) suchte als Mitarbeiter in der Personalabteilung großer Firmen häufig Fach- und Führungskräfte. 2001 entschied er sich, diese Aufgabe zum alleinigen Beruf zu machen, ließ sich vom Bundesverband Deutscher Unternehmensberater zertifizieren und arbeitet seit 2013 als Partner in der Düsseldorfer Niederlassung von PMCI, die bundesweit 40 Mitarbeiter beschäftigt. Im RP-Gespräch berichtet er über Mechanismen bei Personalsuche und Auswahl?

Wer sind Ihre Auftraggeber?

tom Wörden Unsere Kunden sind Firmen und Unternehmen, vom Mittelständler bis zum internationalen Konzern, wobei wegen meiner eigenen beruflichen Erfahrungen der Schwerpunkt auf Handel und Industrie liegt. Auch Privatleute fragen bei uns an. Wenn wir eine passende Vakanz haben, dann kann es klappen. Wir suchen aber nicht aktiv für Privatleute eine neue Anstellung. Hierfür gibt es spezielle Beratungen, sogenannte Outplacementunternehmen.

Wie finden Sie den Gesuchten?

tom wörden Mit dem Kunden wird ein fachliches und persönliches Anforderungsprofil erstellt. Das setzt für mich ein persönliches Gespräch mit dem zukünftigen "Chef" voraus, um ein Gefühl dafür zu entwickeln, was für ein Mensch gesucht wird. Die Chemie muss stimmen. Dann gilt es, auch in Abstimmung mit dem Kunden, mögliche Zielfirmen, Organisationen und Hierarchieebenen zu klären, was vertiefte Kenntnisse des Marktumfeldes erfordert. Nach diesen strategischen Vorgaben des Beraters beginnen die dafür geschulten und erfahrenen Mitarbeiter bei PMCI, aus Kontakten, Datenbanken in umfänglichen Suchprozessen die in Frage kommenden Kandidaten zu ermitteln. Diese Mitarbeiter knüpfen dann in einem Telefongespräch einen ersten persönlichen Kontakt zu den Kandidaten, wobei in dieser Phase nur das generelle Interesse an einem Wechsel erfragt wird. Der Name des Kunden wird zu diesem Zeitpunkt in der Regel nicht genannt.

Es bleiben im Idealfall einige Kandidaten übrig, wie geht es weiter?

tom wörden Es folgen ausführliche persönliche Interviews, bei denen wir eignungsdiagnostische Verfahren nutzen, die auch den Kandidaten helfen, sich selbst besser einzuschätzen. Am Ende erhält der Kunde umfangreiche, vertrauliche Unterlagen über drei bis fünf Kandidaten. Die danach vom Auftraggeber präferierten Bewerber stellen sich persönlich vor, wobei der Berater nur noch beobachtende Funktion hat. Wenn alles klappt, folgt der Arbeitsvertrag für einen der Kandidaten.

Haften Sie dafür, dass der neue Mitarbeiter die Erwartungen erfüllt?

tom wörden Wir bieten den Kunden sogar zwei Garantien. Erstens, wir finden einen geeigneten Kandidaten (egal, wie lange es dauert). Zweitens, bei Trennungen in der sechsmonatigen Probezeit besetzen wird die Stelle kostenlos neu.

Wie alt sind die Vermittelten im Durchschnitt?

tom wörden Führungskräfte sind in der Regel 30plus, früher war bei spätestens 50 Jahren Schluss. Der Fachkräftemangel führt dazu, dass wir aktuell auch Mittfünfziger mit Erfolg für beide Seiten vermitteln.

Was raten Sie einem Mitarbeiter, der von einem Personalberater angesprochen wird?

tom wörden Zunächst sollte er sicher sein, dass eine seriöse Beratungsfirma mit ihm Kontakt aufnimmt, es gibt auch Personaldienstleister, die sich darauf beschränken, Lebensläufe an potenzielle Arbeitgeber rumzuschicken. Wer mit seinem Arbeitsplatz komplett zufrieden ist, sollte das Gespräch mit einem freundlichen "Danke" zügig beenden. Wer latentes Interesse hat, sollte das zeigen und im partnerschaftlichen Kontakt mit dem Berater bleiben. Abzuraten ist natürlich im weiteren Verfahren vor falschen Angaben oder gar gefälschten Zeugnissen.

MARTIN MÖNIKES STELLTE DIE FRAGEN

Quelle: RP
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