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Langenfeld
Wo das Herz für schöne Schuhe schlägt

Langenfeld: Wo das Herz für schöne Schuhe schlägt
Marie Christine Schwarz mit einem Modell, an dem sie mitgewirkt hat. Die Leverkusener Schuhfertigerin hat ihre Ausbildung mit Bestnoten abgeschlossen. FOTO: RALPH MATZERATH
Langenfeld. Marie Christine Schwarz von der  Ara Shoes AG zählt zu den landesbesten Nachwuchs-Schuhfertigerinnen. Ihr Ziel: die eigene Kollektion. Von Isabel Klaas

Die Gestaltungslust von Marie Christine Schwarz macht vor nichts halt. Nicht mal vor ihrem Pferd Eclair. Dem hat die 22-jährige Schuhfertigerin jetzt ein Herz auf den Popo ins Fell geschoren. Ansonsten ist Marie Christine Schwarz eine sehr ernst zu nehmende junge Frau. Von den mehr als 71.000 Prüflingen gehört sie zu den 200 besten, die ihre Ausbildung vor einer der 16 Industrie- und Handelskammern (IHKs) in Nordrhein-Westfalen mit einem "Sehr gut" abgeschlossen haben. Die Mitarbeiterin der Firma Ara Shoes AG gehört damit zu den Landesbesten.

Drei Jahre lang lernte sie ihren Beruf in dem weltbekannten Langenfelder Unternehmen an der Hardt. Die letzten drei Monate hatte sie konsequent für den Prüfungs-Erfolg gebüffelt, sogar Eclair musste hinten anstehen und wurde so lange von einer Freundin versorgt. Denn Schwarz hatte ein Ziel: Bundesbeste zu werden. "Ein Punkt hat mir dann aber doch gefehlt", sagt sie bedauernd. Dennoch - ihre Karriere sieht sie klar vor sich: Schuhmodelleurin und Designerin und dann endlich eine Kollektionsgestaltung übernehmen. Derzeit arbeitet sie in der Entwicklungsabteilung von Ara. "Da arbeite ich unter anderem den Designern zu, empfehle Details wie Gummizug und Garn." Doch das will sie mit der entsprechenden Qualifikation und Erfahrung bald ändern.

Immerhin hat Schwarz schon mit einem ausgefallenen Muster-Schuh-Exemplar bewiesen, was in ihr steckt. Ein Paar Ballerinas passend zum Oktoberfest mit Lederhosen und Dirndl-Design in Vichy-Karo, entsprechenden Applikationen und kleinem Kragen am Schaft hat auch in der Chefetage der Ara Begeisterung ausgelöst. Allerdings wären die mit Stickereien und vielen liebevollen Details gefertigten Schuhe als Serienpoduktion viel zu teuer. Dennoch war die aufwendige Fertigung für die junge Frau ein Höhepunkt im bisherigen Berufsleben, für den sie freiwillig gearbeitet hat.

Warum sich die junge Frau nach dem Fachabitur in Design in Bergisch Gladbach ausgerechnet für Schuhe entschieden hat, erklärt sie: "Schuhe mag einfach jede Frau. Ich habe mein Praktikum in Köln bei einer Modedesignerin gemacht, bin dann aber schnell auf Schuhe gekommen, weil man die nicht so einfach mal eben zu Hause machen kann wie ein Kleid nähen. Das finde ich spannend. Für Schuhe braucht man besondere Maschinen, und deren Bedienung macht mir Spaß. Es ist nämlich nicht so, wie viele glauben: Leder vorne rein, und hinten kommt ein Schuh raus. Da muss man schon eine Menge selbst machen." Für ihren Beruf muss Marie Christine Schwarz ein Allroundtalent sein: Zeichnen, Mathe, Fachkunde, Wirtschafts- und Betriebslehre gehören zu ihrem Aufgabengebiet. Derzeit arbeitet die junge Leverkusenerin mit Nachdruck daran, mal selbst über ein Modell entscheiden zu können. Da hat sie ganz klare Vorstellungen: kein Punk, sondern Lifestyle, Stiefeletten mit Nieten und Gürtel-Elementen, aber elegant und tragbar.

Natürlich hat sie auch pivat ein Faible für Schuhe, trägt gerne mal ausgefallene Farben. "Ich habe aber nicht übertrieben viel Schuhe", sagt sie. "Allerdings bin ich beim Schuhkauf sehr kritisch und achte auf Qualität. Meine Freundinnen gehen schon nicht mehr mit mir einkaufen, weil ich sofort sehe, wenn eine Naht schief sitzt. Und das ist recht oft der Fall", sagt sie.

Quelle: RP
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