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Monheim
Wohnen statt ernten: Baumberg-Ost soll noch mehr wachsen

Monheim: Wohnen statt ernten: Baumberg-Ost soll noch mehr wachsen
Einige der letzten landwirtschaftlichen Flächen in Baumberg-Ost sollen neuen Baugebieten weichen. Dazu will die Stadt den Flächennutzungsplan ändern. FOTO: Matzerath
Monheim. Der Flächennutzungsplan soll geändert werden, damit der Hasholzer Grund zur Entwicklung von Wohnbauflächen genutzt werden kann. Von D. Schmidt-Elmendorff

Gemessen an den bisherigen Auseinandersetzungen zwischen Rathaus und Landwirt Robert Bossmann birgt der Tagesordnungspunkt 16 im nächsten Planungsausschuss einigen Sprengstoff. Die Stadtverwaltung möchte den Flächennutzungsplan Hasholzer Grund ändern, um auf dem gut 13 Hektar großen Areal am östlichen Ortsrand von Baumberg Wohnbauflächen entwickeln zu können. Im derzeit gültigen Flächennutzungsplan ist das Gebiet als Fläche für die Landwirtschaft ausgewiesen. Nordöstlich grenzt der B-Plan Waldbeerenberg an.

Die Verwaltung begründet diesen Schritt mit der starken Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum für junge Familien, die nicht mehr befriedigt werden könne. Die konstante Einwohnerzahl Monheims sei nur dem Zuzug junger Familie zu verdanken, für die neuer Wohnraum zur Verfügung gestellt werden müsse, schreibt Stadtplaner Thomas Waters in der Vorlage. Das Plangebiet wird im Osten durch den Wirtschaftsweg am Neuverser Hof, im Westen durch die alte Bezirkssportanlage sowie den Garagenhof Grazer Straße und im Süden von der Wirtschaftsweg unter der Hochspannungsleitung begrenzt.

Diese Entwicklung komme nicht überraschend, sagt Landwirt Robert Bossmann, der erneut von den Expansionsplänen der Stadt erheblich betroffen ist. Südlich angrenzend an das B-Plan-Gebiet Waldbeerenberg bewirtschaftet er 2,5 Hektar, allerdings laufe der Pachtvertrag Ende des Jahres aus. Südlich der Wolfhagener Straße liegen die 2,5 Hektar kirchlichen Grundes, die noch sehr langfristig von Bossmann gepachtet sind. Um diese Fläche hatte er 2010 erbittert gerungen und auch einen Etappensieg erzielt, als das Generalvikariat des Erzbistums Köln der Gemeinde den Verkauf an die Stadt untersagte.

Das etwa 7,4 Hektar große Flurstück Hasholzer Grund gehört einer Kölner Erbengemeinschaft. "Wir warten mal ab, was die Stadt vorhat", sagt einer der Eigentümer, Landwirt Rolf Schlaghecken, der seinen Hof aus Altersgründen verpachtet hat. Ansonsten verweist er auf den Umstand, dass bereits ein Kaufwilliger in einer Erbengemeinschaft den Kurs vorgibt. "Wenn einer verkaufen will, müssen wir mitziehen", sagt der Kölner.

"Wir haben schon im Wahlkampf 2009 dort 500 Wohneinheiten gefordert", kommentiert Tim Brühland (CDU) die Vorlage. Damals hätten sich Peto und ihr Spitzenkandidat Daniel Zimmermann noch strikt dagegen ausgesprochen. "Damit vollziehen sie eine 100-prozentige Kehrtwende."

Werner Goller (SPD) unterstützt die Pläne der Stadtverwaltung. "Wir sehen das absolut positiv. Der Siedlungsdruck auf Monheim ist in einem Maße gewachsen, wie ich es vor zehn Jahren nicht erwartet hätte." Die SPD werde auch für die neuen Wohngebiete 30 Prozent sozialen Wohnungsbau einfordern. "Wir finden die verschiedenen Projekte zur Innenverdichtung sinnvoller als in den Außenbereich zu gehen", sagt dagegen Manfred Poell (Grüne). So plane sie, auf den rückwärtigen Grundstücken im Bereich Gartzenweg, Vereinsstraße und Rathausplatz Bebauung zuzulassen.

Quelle: RP
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