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Langenfeld/Monheim
Zahl der Einbrüche auf Rekordhöhe

Langenfeld/Monheim: Zahl der Einbrüche auf Rekordhöhe
FOTO: RALPH MATZERATH
Langenfeld/Monheim. Die Polizei verzeichnet eine Steigerung von 40 Prozent im gesamten Kreis Mettmann - und setzt auf Aufklärung. Von Dorian Audersch, Christoph Schmidt und Oliver Wiegand

In der Nacht zu Sonntag wird die Uhr auf Winterzeit umgestellt - und wir können alle eine Stunde länger schlafen. Hellwach sind hingegen Einbrecher in der dunklen Jahreszeit. Sie nutzen die frühe Dunkelheit, um in Häuser und Wohnungen einzusteigen. Die Polizei rechnet damit, dass die Einbruchszahlen in den kommenden Wochen deutlich ansteigen werden. "Jetzt kommt die Hauptsaison für Einbrecher", meint Udo Wilke von der Beratungsstelle für Kriminalprävention und Opferschutz der Kreispolizei.

Schon jetzt liegen die Zahlen auf Rekordniveau. "Wir verzeichnen bereits jetzt ein Plus von rund 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum", sagt Polizei-Sprecherin Nicole Rehmann. Im vergangenen Jahr seien in den zehn Städten des Kreises insgesamt 1279 Fälle registriert worden. Der Wert der entwendeten Gegenstände wird auf etwas mehr als 3,5 Millionen Euro geschätzt. Im Schnitt beträgt der Schaden rund 5000 Euro pro Haushalt.

Einbrüche in NRW 2014 – Daten und Fakten FOTO: Ferl

Besonders betroffen sind Hilden und Ratingen. Aber auch in Langenfeld und Monheim häufen sich die Meldungen über Einbrüche. Durchschnittlich ist die Zahl im Kreisgebiet um 40 Prozent gestiegen. "Wir werden von organisierten Banden aus Südosteuropa überrollt", meint Johannes Hermanns von der Kreispolizei. Hauptproblem seien mobile Einbrechergruppen. "Es werden gezielt Leute in Wohngebieten abgesetzt, die dann auf Diebestour gehen." Der Kreis Mettmann liege sehr verkehrsgünstig. "Die Täter sind in Windeseile wieder auf der Autobahn."

Rund 20 Prozent der Einbrüche im Kreis werden aufgeklärt. Das entspricht in etwa dem Landesdurchschnitt. Zudem bleiben mehr als 40 Prozent der Einbrüche im Versuch stecken. Die Polizei setzt daher auf Prävention und Aufklärung. "Wir sind derzeit in allen Städten des Kreises unterwegs, um Tipps zu geben", meint Kriminalhauptkommissar Wilke. Gestern war der Stand der Berater vormittags auf dem Monheimer Rathausplatz und nachmittags in Langenfeld vor der Stadthalle aufgebaut. Mit der Kampagne "Riegel vor!" geben die Beamten Tipps für die Sicherung der eigenen vier Wände und auch für das Verhalten in der dunklen Jahreszeit. "Das Haus oder die Wohnung bewohnt erscheinen zu lassen, wenn man nicht da ist, kann schon einiges bewirken." Darüber hinaus gebe es viele Möglichkeiten, sicherer zu leben - von nicht aufhebelbaren Fenstern bis zu mechanischer oder elektronische Sicherheitstechnik.

So schützen Sie sich vor Wohnungseinbruch

"Auch wachsame Nachbarn sind ein wichtiger Aspekt", betont Wilke in Monheim. In einer Broschüre listet die Polizei verschiedene Wege der Sicherung auf - und erklärt ihre Umsetzung. Auch Franz Röhrig ist gekommen, um sich zu informieren. Vor vielen Jahren habe er einen Einbruch in seinem Haus gehabt, erzählt der 79-Jährige. Der Schaden lag im fünfstelligen Bereich. "Ich bin hier, um mich auf den neusten Stand der Technik zu bringen."

Quelle: RP
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