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Kreis Mettmann
Zahl der Einbrüche steigt um 32,8 Prozent

Kreis Mettmann: Zahl der Einbrüche steigt um 32,8 Prozent
„ Die Flüchtlinge haben nichts mit Einbrüchen zu tun“, sagt Thomas Hendele, Landrat. FOTO: Janicki, Dietrich (jd-)
Kreis Mettmann. Die Kreispolizei stellt die Kriminalitätsstatistik 2015 vor. In Langenfeld gab es 4449 Straftaten, in Monheim 3368. Von Oliver Wiegand und Stephan Meisel

Wenn Landrat Thomas Hendele zur Präsentation der Kriminalitätsstatistik einlädt, sagt er fast immer den gleichen Satz: "Der Kreis Mettmann ist sehr sicher." Das gilt auch in diesem Jahr, denn die Zahl der Straftaten insgesamt ist sogar um 2,9 Prozent auf 32.491 gesunken. Damit stehen die Städte im Kreis Mettmann im Vergleich zum Land NRW zusammengenommen gut da. Denn landesweit stiegen die Straftaten um ein Prozent. Allerdings stiegen sie sowohl in Langenfeld (plus 50, jetzt 4449) als auch in Monheim (plus 12, jetzt 3368) gegenüber 2014 an.

Auf Kreisebene verhagelt die deutlich um 32,8 Prozent auf 1699 gestiegene Zahl der Wohnungseinbrüche die Bilanz. Im Landesdurchschnitt war ein Anstieg von etwas mehr als 17 Prozent zu verzeichnen. Eine regelrechte Welle mit Hunderten von Einbrüchen gab es 2015 kurz vor Weihnachten.

FOTO: NW008101

Wo wird am meisten eingebrochen? Einsamer Spitzenreiter mit 465 Einbrüchen war Ratingen. Langenfeld (258), Hilden (160) oder Monheim (134) liegen deutlich dahinter. Die wenigsten Einbrüche gab es in Haan (54).

Wer sind die Täter? Vor allem in den Wintermonaten handelt es sich ausschließlich um Profis, die gezielt auf Einbruchstour in die Wohngebiete gehen, sagt Johannes Hermanns, Leiter der Direktion Kriminalität. Das merke man sowohl an den teuren Werkzeugen, die benutzt werden, als auch an der Ausführung. Nach seinen Worten werden die Täter im Ausland angeworben und müssen auf Anweisung von Bandenchefs einbrechen. Ihre Beute sammeln sie entweder in Depots im Wald oder geben sie abends bei ihrem Chef wieder ab. Landrat Hendele betonte in aller Deutlichkeit, dass der Anstieg der Wohnungseinbrüche nichts mit der Flüchtlingswelle zu tun habe.

So hebeln Einbrecher ein Fenster in 30 Sekunden auf

Was ist, wenn die Polizei einen Täter erwischt? Sobald ein aus dem Ausland angeworbener Täter erkennungsdienstlich behandelt ist, das heißt der Polizei die Fingerabdrücke und die DNA vorliegen, wird er nicht mehr für Einbrüche eingesetzt, sondern zurück in seine Heimat geschickt. Hinzu kommt, die Täter seien nicht mehr so schnell geständig wie früher. Hermanns: "Die bekommen Anwälte bezahlt und sagen erst mal gar nichts mehr." Früher hätten manche gleich mehrere Einbrüche zugegeben.

Wie sieht es mit der Aufklärungsquote aus? 301 (17,7 Prozent) der 1699 Einbrüche hat die Polizei aufgeklärt. Etwa 25 Prozent der Taten scheitern, weil Fenster und Türen gut gesichert waren oder doch jemand zu Hause war. In 48 Fällen gab es Festnahmen auf frischer Tat.

So schrecken Sie Urlaubs-Einbrecher ab FOTO: gms

Was können die Bürger tun, um sich vor Einbrüchen zu schützen? Drei Säulen nannten Polizei und Landrat: Sicherung, soziale Kontrolle und bei Verdacht sofort die Polizei informieren. Über Türen- und Fenstersicherung informieren die Kriminalpolizeilichen Beratungsstellen. Hermanns appelliert darauf zu achten, wer sich in der eigenen Wohngegend aufhält. "Passen Mensch und Auto an diesen Ort, gehören die hier hin?" Zuweilen würden Mädchen vorgeschickt worden, um zu prüfen ob Fenster offen stehen oder Türen abgeschlossen sind.

Warum wird im Kreis Mettmann besonders häufig eingebrochen? Das liegt an der guten Autobahn- und S-Bahn-Anbindung in fast allen Städten. Die Täter sind schnell wieder weg. Zudem finden sich genug dicht zusammenhängende Wohngebiete. Hendele: "Kein Vergleich zum Hochsauerland mit vielen einzeln gelegenen Gehöften."

Wie sieht es aktuell aus? Unvermindert setzen sich die Einbrüche fort. Zuletzt drangen in der Nacht zu Donnerstag in Monheim Unbekannte durch die Terrassentür in ein Reihenhaus am Schloßberger Weg und stahlen Geld, während die Bewohner schliefen. Ebenfalls in Monheim durchwühlten am Mittwoch zwischen 19.40 und 22:05 Uhr Einbrecher ein Einfamilienhaus Unterm Dorfgarten. Die Beute steht noch nicht fest.

Quelle: RP
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