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Langenfeld/Monheim
Zahl der Fahrraddiebstähle ist gestiegen

Langenfeld/Monheim. Viele wurden auch gefunden - aber die Polizei kann sie nicht zurückgeben, weil sie nicht registriert sind. Von Sabine Schmitt

Das Jahr ist noch nicht um, die Fahrradsaison für viele schon. Auch zeigt sich für den Fahrradsommer 2017 eine erste Tendenz - eine traurige Tendenz. Die Zahl der Fahrraddiebstähle in Langenfeld und Monheim ist zwischen Januar und September im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres drastisch gestiegen. In Langenfeld wurden 352 Räder gestohlen (2016: 269; plus 30,9 Prozent, in Monheim 211 (2016: 127; plus 66,1 Prozent). Das teilte die Polizei auf Anfrage mit.

Dass das Rad plötzlich nicht mehr da ist. Das kann überall in der Stadt passieren, sagt Polizeisprecher Ulrich Löhe. Und doch gebe es so etwas wie Hotspots, Orte, an denen besonders häufig Räder gestohlen werden. "In Langenfeld und Monheim ist das an den S-Bahnhöfen, vor Schwimmbädern, Schulen oder auch vor Orten wie Büchereien, etwa, wenn es dort eine Veranstaltung gibt, zu der viele Leute mit dem Rad kommen." Dem Modetrend folgend würden auch immer mehr E-Bikes gestohlen. "Was trendig ist, lässt sich gut wieder verkaufen", sagt Löhe.

Wie kann sich gegen den Diebstahl beschützen? Ein gutes, teures Schloss ist ein Anfang. "Ein Stahlseilschloss für sechs Euro vom Discounter kann nicht den Widerstand leisten wie ein schweres Stahlbügelschloss", sagt Löhe.

Tipps zur Sicherheit gibt die Polizei auch bei Codier-Aktionen, die sie bis in den Herbst hinein regelmäßig anbietet. Diese Codier-Aktionen sind aber auch aus einem anderen Grund wichtig. Die Polizei klebt dabei einen Aufkleber aufs Rad und erfasst Rahmennummer und Eigentümer in ihrem System. "Dieser Aufkleber ist wie eine TÜV-Plakette. Er geht mit zwar mit viel Mühe ab. Aber dann steht auf dem Rad immer noch die Rahmennummer, die eine persönliche Zuordnung ermöglicht", sagt Bernd Hildebrand, der bei der Polizei in Mettmann für Kriminalprävention und Opferschutz zuständig ist. Diese Zuordnung ist wichtig. Dass sie oft nicht möglich ist, tragisch. "60 bis 70 Prozent der Räder, die die Polizei sicherstellt, können nicht zurückgegeben werden, weil keiner weiß sie gehören", sagt Hildebrand. So war es auch vor einigen Wochen in Monheim.

Nach einem Hinweis aus der Bevölkerung fand die Polizei in einem Monheimer Keller 43 zum Teil hochwertige Fahrräder und Fahrradteile (die auch die Monheimer Diebstahlstatistik negativ beeinflussten) - darunter waren laut Polizei nur sechs, die im polizeilichen Fahndungsbestand als entwendet vermerkt waren. "Die Herkunft vieler anderer Fahrräder aus dieser Aktion ist immer noch ungeklärt", sagt Löhe. Das bedeutet: Sie können nicht an den Eigentümer zurückgegeben werden.

Für dieses Jahr ist keine solche Codieraktion mehr vorgesehen. Bei Terminvereinbarung unter Tel. 02104 - 9827700 können Interessierte aber ihr Rad im Kriminalkommissariat Vorbeugung und Opferschutz in Hilden, Kirchhofstraße 31, codieren lassen.

Quelle: RP
 
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