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Zeit, dass sich was dreht

Langenfeld. Es sei "Zeit, dass sich was dree-het, was dree-het, was dree-hee-hee-hee-hee-heeet..." - so hatte Herbert Grönemeyer im offiziellen WM-Song zur Endrunde der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland geknödelt. Windräder in Langenfeld wird der Barde damit nicht gemeint haben, auch wenn just 2006 der Stadtrat für den Bau von Windkraftanlagen eine Konzentrationszone festlegte.

Nun, das deutsche Sommermärchen ist längst Vergangenheit, es gab danach schon zwei weitere Fußball-WMs 2010 in Südafrika und 2014 mit dem Finalsieg in Brasilien. Kaum hat die Nationalmannschaft ihre Teilnahme für die WM-Endrunde in Russland 2018 klargemacht, da dreht sich in Reusrath tatsächlich etwas: Dort steht seit dieser Woche Langenfelds erstes Windrad.

Und damit sind elf Jahre nach Festlegung der Konzentrationszone jetzt in den Feldern an der Rennstraße erste Fakten geschaffen worden. Und noch vor dem Anpfiff des ersten WM-Kicks in Russland soll etwa im März 2018 direkt daneben ein zweites genehmigtes Windrad aufgebaut werden. Im November sollen die Erdarbeiten fürs Fundament starten, kündigte Investor SL Naturenergie an. Zum Verdruss von Reusrathern, die sich in der Initiative "Ruhiger Horizont" seit Jahren gegen den Bau von Windrädern in ihrem Stadtteil engagiert hatten. Nicht zuletzt deren Hartnäckigkeit sowie Einwände von Naturschützern führten immerhin dazu, dass der Stadtrat auf die 100-Meter-Höhengrenze beharrte und dass der Betreiber für die 99,5 Meter hohen Windräder zum Schutz von Greifvögeln und Fledermäusen Auflagen erfüllen und etwa bestimmte Abschaltzeiten einhalten muss; wiewohl SL hiergegen Klage eingereicht hat.

Bleibt die Frage zu klären: Platziert SL neben den beiden neuen Windrädern noch zwei weitere Gebrauchtanlagen? Langenfelds Planungsamtsleiter Stephan Anhalt sieht in Reformplänen der CDU/FDP-Landesregierung mit einem 1500m-Mindestabstand von Windrädern zu Wohngebieten kein Hindernis. Diese hätten nur Empfehlungscharakter. "Der privilegierte Ausbau der Windenergie ist übergeordnetes Bundesrecht."

Quelle: RP
 
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