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Langenfeld
Zwangsverwalter macht Markthalle flott

Langenfeld: Zwangsverwalter macht Markthalle flott
Anke Porpatonelis freut sich, künftig länger zu servieren. FOTO: rm-
Langenfeld. Restaurants und Imbissstände haben ab sofort bis 22 Uhr geöffnet - außer sonntags. Den Citymanager freut's. Von Stephan Meisel und Heike Schoog

Die Markthalle ist in keinem guten Zustand. Und das schon länger. Jetzt hat sie einen Zwangsverwalter. "Das alte Management hat aufgegeben." So formuliert es Zwangsverwalter Hagen Bens aus Duisburg vorsichtig. "Am 13. Juni hat mich das Gericht bestellt", sagt er. Jetzt kümmert sich der Jurist. Und das macht er offenbar besser als seine Vorgänger. "Die Markthalle ist für unsere Langenfelder Shopping-Mitte sehr wichtig", sagt Citymanager Jan Christoph Zimmermann. "Funktioniert sie nicht, dann strahlt das auf die Umgebung ab. Doch mit Herrn Bens scheint sie jetzt auf einem guten Weg zu sein."

"Inzwischen wurden die Toiletten bereits repariert", berichtet Anke Porpatonelis von Kerkini (Burger). Außerdem habe die Zwangsverwaltung die positive Auswirkung, dass sich die Händler jetzt enger zusammenschließen. "Ab sofort werden wir gemeinsam länger öffnen. Bis 22 Uhr", sagt Porpatonelis. Bis 21 Uhr gibt es Essen. Da die meisten Händler mitmachen - bis auf den Bäcker, Thai-Imbiss und Peperoni wollen abwarten - stelle sich die Sicherheitsfrage nicht mehr. "Wir sind ja dann alle da", sagt die Geschäftsfrau, die sich auch dafür einsetzt, dass vor dem Burgerladen die Terrasse Richtung Marktplatz aufgehübscht wird.

"Das wollen wir versuchen", bestätigt der Zwangsverwalter, der allerdings nur mit dem Geld, dass die Halle durch Mieten einnimmt, arbeiten kann. "Für größere Reparaturen oder Instandsetzungen, wie es bei der Toilette notwendig war, muss ich bei Gericht fragen, ob ich einen Vorschuss bekomme", erläutert er das Verfahren. Alles, was zur Sicherung und zu einem reibungslosen Ablauf des Geschäfts in der Halle nötig sei, müsse organisiert und bezahlt werden (Strom, Wasser, Reinigung). Was darüber hinaus geht, müsse genehmigt werden - etwa eine funktionierende Schließanlage oder eine Belüftung für die wachsenden Anforderungen an die "kulinarische Meile". "Der Sanierungsstau ist groß." Einmal im Monat trifft sich der Zwangsverwalter mit den Mietern, um zu besprechen, was ansteht. "Vieles können wir nur gemeinsam und einvernehmlich lösen", sagt Bens.

Die Zukunft der Halle ist offen. Findet die Eigentümerin (Quercus Robur Immobiliengesellschaft), nicht selbst einen Käufer, wird die Halle versteigert, wenn die vorgeschriebene Frist abgelaufen ist (bis Sommer 2018). Bewertet ist sie bereits von einem Gutachter. "Die Markthalle kann auf alle Fälle wirtschaftlich betrieben werden", merkt Citymanager Zimmermann an. Er sei froh über die von Bens mit den Händlern und vor allem auch untereinander angestoßene Kommunikation. "Auch wir vom Citymanagement und der Werbegemeinschaft Kommit stehen mit ihm im regen Kontakt." Die jetzt verlängerten Öffnungszeiten seien ein deutliches Signal für das Bewusstsein, dass sich gemeinsam mehr erreichen lässt. Dies gelte auch für die Außengastronomie an Sommerabenden.

Quelle: RP
 
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