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Langenfeld
Zwei Läden schließen nach Insolvenz

Langenfeld: Zwei Läden schließen nach Insolvenz
Apanage und Kapalua in Langenfeld schließen Ende August. Grund ist die Insolvenz des Mutterkonzerns Steilmann. FOTO: RALPH MATZERATH
Langenfeld. Die Steilmann-Pleite wirkt sich auch in Langenfeld aus. Dort machen die beiden Boutiquen Apanage und Kapalua dicht. Von Heike Schoog

In den beiden Boutiquen Kapalua und Apanage in den Marktarkaden geben sich die Kundinnen die Klinke in die Hand. Sie sind auf Schnäppchenjagd. Für die 47-jährige Filialleiterin, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, ist das kein Grund zum Jubeln. "Das tut schon irgendwie weh", sagt sie. Denn Ende August wird sie arbeitslos sein, ebenso wie ihre fünf Mitarbeiterinnen.

Kapalua und Apanage sind Töchter der insolventen Steilmann-Gruppe. Ende August werden die beiden Läden schließen. Derzeit verkaufen sie das Sortiment mit Nachlässen von 70 Prozent aus. T- Shirts, Röcke, Kleider, Hosen und Jacken sind zum Schnäppchen-Preis erhältlich. Die Kunden freut's. "Das ist ja ein supersüßes Kleid", sagt Renate Gleis. Die Langenfelderin geht auf Kreuzfahrt und kann noch das eine oder andere Teil gebrauchen. Eigentlich ist sie zufällig in der Boutique. Die großen Prozentschilder haben sie angelockt.

Der Mutterkonzern Steilmann, der erst im Herbst 2015 an die Börse gegangen war, ist im Februar in die Insolvenz geraten. Im April wurde der Antrag gestellt. Bundesweit sind 250 Filialen der Tochter-Ketten betroffen - mit 740 Mitarbeitern.

Insolvenzverwalter ist die Düsseldorfer Kanzlei Frank Kebekus. Dort war bis gestern Abend keine Stellungnahme zu erhalten - auch nicht zur Zukunft der Adler-Märkte (Hilden). Daran ist Steilmann (mit Equinox) zu 53 Prozent beteiligt.

In Langenfeld betreut das Maklerbüro Guido Boes die Immobilie. "Es handelt sich um zwei Objekte", sagt Christian Schatz vom Büro Boes. Im Angebot seien einmal 100 und einmal 135 Quadratmeter. "Die beiden Ladenflächen in 1a-Lage können auch zusammengefasst werden. Da sind wir flexibel", so der Makler. Er hofft, bald einen Nachmieter zu finden. "Das kann ein wenig dauern", so Schatz. Ein Neuanfang sei immer auch mit einem gewissen Kapitalaufwand verbunden.

Das bestätigt Citymanager Jan Christoph Zimmermann. "Es gibt bereits Interessenten", sagt er, wird aber nicht konkret. Er geht davon aus, dass ein neuer Mieter frühestens im Herbst Einzug halten wird, um später das Weihnachtsgeschäft mitzunehmen. "Das wäre der übliche Zyklus", so Zimmermann. Während der Sommerzeit tue sich bei Mieterwechseln im gewerblichen Bereich meist wenig. Er versucht, die Vermietung im Interesse der Stadt flankierend zu begleiten. "Insgesamt ist Langenfeld gut aufgestellt", so der Marketing-Mann. Das habe gerade noch einmal die Industrie- und Handelskammer bei einem Rundgang bestätigt. Vor allem das Projekt Future City komme dort gut an und könnte Vorbild für andere Städte werden.

Zimmermann hat allerdings noch einige Baustellen mehr: Am Marktplatz steht das ehemalige Ladenlokal von Casa Medi (Umzug) leer. Flo+Fine, das Spielzeugwaren-Geschäft, wartet an der Hauptstraße auf neue Mieter. Und die große Ladenfläche im Marktkarree, wo ein Outlet untergebracht war, steht ebenfalls zur Vermietung an.

Die 47-jährige Shopleiterin bei Kapalua ist nun ebenso wie ihre Mitstreiterinnen auf Arbeitssuche. Zwölf Jahre hat sie bei Kapalua gearbeitet, fünf davon in Langenfeld. "Wir wissen alle nicht, wie es weitergeht ", sagt sie resigniert.

Quelle: RP
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