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Leichlingen
500 demente Leichlinger: Netzwerk gibt Hilfestellungen

Leichlingen. Die Zahlen, die Claudia Wolf vorlegt, sind deutlich. Rund 500 Menschen sind demnach in Leichlingen an Demenz erkrankt. Im Rheinisch-Bergischen Kreis liegt die Zahl bei etwa 4500. Und das seien nur die Dunkelziffern, wie die städtische Senioren- und Pflegebeauftragte betont: "Die Zahlen steigen von Jahr zu Jahr." Die Stadt hat die Folgen der Volksalterung längst erkannt. Seit 2010 gibt es das "Netzwerk Demenz", in dem sich verschiedene Hilfs- und Beratungsangebote für Betroffene und deren Angehörige bündeln. Von Dorian Audersch

"Für dieses Jahr haben wir ein spannendes und vielseitiges Programm", freut sich Wolf. Ein wichtiger Teil Aktionen seien Sinneserfahrungen. "Damit lassen sich Menschen mit Demenz erfahrungsgemäß gut erreichen", sagt Wolf. Das ist auch der Leitgedanke des Sinnesfestes "Schlaraffenland", das am Mittwoch, 9. März, ab 11 Uhr im Pilgerheim Weltersbach läuft. In die Cafeteria des Hauses Tiberias sind Demente eingeladen: um zu entdecken, zu fühlen, zu schmecken und zuzuhören. In der gemütlichen Runde wird auf die Fähigkeiten der Besucher eingegangen - mit Aktionen und Angeboten, die Sinne Ansprechen und Erinnerungen wecken sollen.

Ähnlich sieht es am 14. September bei der "Handarbeit mit Musik" in der Diakonie-Sozialstation, Brückenstraße 70, aus, wo vor allem mit Wolle, aber auch mit anderen Materialien gearbeitet werden soll. Donnerstag, 17. März, steht ab 17.30 Uhr im Pfarrheim der katholischen Kirche an der Lingemannstraße ein Filmabend an. "Leben, Lieben, Vergessen" heißt der Film über Yvonne Herber, die mit 40 Jahren an Alzheimer erkrankte und einige Jahre später verstarb. Der Witwer und Buchautor Hans Herber wird anschließend mit Besuchern diskutieren.

Unter dem Titel "Kunterbunt macht Fernsehen" widmet sich die gleichnamige Theatergruppe humoristisch dem alltäglichen Wahnsinn der deutschen TV-Landschaft. Wer mitlachen möchte, hat dazu am Freitag, 1. April, ab 16 Uhr im Bürgerhaus, Am Hammer 10, die Gelegenheit. Hinzu kommen ein Sponsorenlauf (10. Juni) und regelmäßige Informationsstände auf dem Wochenmarkt. Der nächste ist am Mittwoch, 27. April.

Die Schulung "Leben mit Demenz" richtet sich vor allem an Angehörige - und ist bereits ausgebucht. "Das zeigt, wie hoch der Bedarf ist", meint Wolf, die Betroffenen auch Kontakte, Hilfe und Beratung vermittelt. Insgesamt sammeln sich rund 30 Akteure im Netzwerk Demenz. Dazu zählen unter anderem Cafés, Pflegeheime, Arztpraxen, Hospize, Therapeuten und auch Selbsthilfegruppen vor Ort.

Informationen zum Netzwerk und seinen Angeboten gibt es bei Claudia Wolf unter Tel. 02175 992-250 und per E-Mail an netzwerk.demenz@leichlingen.de.

Quelle: RP
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