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Leichlingen
800 Paar Hände gegen den Müll

Leichlingen: 800 Paar Hände gegen den Müll
Die 60 Basketballer vom LTV stießen etwa auf eine Friteuse, einen Einkaufswagen - und einen Euro. FOTO: Miserius, Uwe (umi)
Leichlingen. Leichlinger sammelten am Wochenende Müll in ihrer Stadt und fanden teils Erstaunliches. Von Ina Bodenröder

putzt sich heraus - und wie! Mehr als 800 Kinder, Jugendliche und Erwachsene haben in den vergangenen Tagen an der Säuberungsaktion in der gesamten Stadt teilgenommen, in diesem Jahr offenbar besonders viele Schulen, Kindergärten, Vereine und Privatleute. "Die Mitarbeiter des Bauhofes sind das ganze Jahr für eine saubere Stadt unterwegs, doch können sie nicht überall tätig", hatte die Stadtverwaltung im Vorfeld zum Mitmachen aufgerufen.

Ziemlich viel Unrat gefunden und eingesammelt haben unter anderem die Basketballer des Leichlinger Turnvereins (LTV). Am Samstagvormittag trafen sie sich mit 60 Mann und sorgten vor allem rund um das Schulzentrum für Klarschiff.

Der fünfjährige Ben spürte am Samstag eine Friteuse auf. FOTO: UM

Einen Einkaufswagen des benachbarten Supermarktes zogen die Ballsportler aus dem ehemaligen Biotop an der Hauptschule, eine Friteuse und einen Fön aus dem Wald am Hühnerbusch - alles keine Dinge, die ihren Weg dorthin ohne menschliches Zutun geschafft hätten. Von den Zigarettenkippen aller Orten und vor allem rund um das Schulzentrum gar nicht zu sprechen.

Einzig der zwölfjährige Fabian hatte Glück: Er fand einen Euro und besserte bei der Müllsammelaktion sogar noch sein Taschengeld auf. "Die Jungs gehen hier auf die Schulen, das ist ihr täglicher Weg. Sie sollen sehen, welche Müllmassen sich dort ansammeln", sagte Basketballtrainer Björn Jakob. Beim nächsten Mal überlegten sie sich dann vielleicht, ob sie ein Bonbonpapier nicht doch besser in die Hosentasche und später in den Mülleimer steckten. Für die Basketballer des Leichlinger Turnvereins soll die städtische Aktion übrigens keine Eintagsfliege bleiben: "Wir werden das Müllsammeln während unseres Basketball-Sommercamps rund ums Schulzentrum wiederholen. Das wird Teil der Ferienmaßnahme sein", kündigte Trainer Carsten Haberland an.

Susanne Muche findet die Aktion super. Sie war erstmals dabei. FOTO: UM

Ob aus Müll vielleicht sogar etwas Brauchbares entstehen kann, will derweil die Künstlergemeinschaft AG Lukberg in den nächsten Wochen ausprobieren. Am Samstag sammelten die Wortkünstlerin Ursula Neumann, der Holzbildhauer Lukas Köver und der Steinbildhauer Berthold Welter ihre Materialen direkt vom Boden und von den Wegesrändern auf.

"Wir werden uns überlegen, was wir daraus machen können und dann gemeinsam ein Kunstwerk gestalten", erläuterte Berthold Welter zur Müllkunst-Idee. Auf jeden Fall solle etwas ganz Neues aus dem Müll entstehen. Wo das Werk künftig stehen soll, konnten sie allerdings noch nicht sagen.

Zuletzt waren indes auch am Samstag wieder die Bauhof-Mitarbeiter im Einsatz: Sie sammelten die Müllsäcke ein, die die vielen Sammler an den Straßenrand gestellt hatten.

Quelle: RP
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