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Leichlingen
Am Busbahnhof mit Schlagstock losgeprügelt

Leichlingen. Zwei 19-jährige Leichlinger müssen sich seit Dienstag wegen Bedrohung vor dem Amtsgericht Leverkusen verantworten. Von Tobias Falke

Der Busbahnhof in Leichlingen wird an den Abenden am Wochenende oft von Jugendlichen frequentiert. Da geht es gerne mal lautstark zu. So auch am 4. Dezember vergangenen Jahres.

Gegen 22 Uhr sollen zwei Jugendliche im Alter von 19 Jahren vier weitere Jugendliche angepöbelt haben. Dabei soll einer der beiden Jugendlichen gedroht haben, ein Messer zu benutzen, um es in die Rippen seines Gegenübers zu stechen. Nicht nur mit Fäusten sollen die beiden Angeklagten, die sich nun für ihre Taten vor dem Amtsgericht Leverkusen rechtfertigen müssen, zugeschlagen haben.

Bei der Verhandlung am Dienstag klang das so: Nachdem der zweite Angeklagte merkte, dass sein Freund sich mit einer anderen Person auf dem Boden befand, rannte er von einer Bushaltestelle zum Ort des Geschehens und schlug mit einem Schlagstock auf mehrere Personen ein.

Ein Zeuge wurde demnach an der linken Schulter getroffen und erlitt eine Prellung. Einem weiteren Geschädigten wurde dabei sogar ein Finger gebrochen. Die Angeklagten gaben den Vorfall zum Teil zu. Von einem Messer sei allerdings nie die Rede gewesen. "Ich habe mich bedroht gefühlt", rechtfertigte sich der erste Angreifer. Außerdem habe er mit seinem Freund kurz zuvor "eine Flasche Wodka und eine Flasche Jägermeister zusammen getrunken".

Für die vorsitzende Richterin klangen seine Aussagen, "als wäre das eine ganz normale Situation für Sie gewesen." Doch der Angeklagte verneinte. Auch der zweite Angreifer gab sich reuig. Den Schlagstock habe er sich im Internet bestellt: "Das war ganz schön dumm von mir", bekannte er. Auch bei einem der Geschädigten, der als Zeuge aussagte, entschuldigte er sich gestern.

Auch hier fragte die Richterin intensiv nach. Ob das häufiger vorkomme, wollte sie wissen. Was genau sei an diesem Abend geschehen, dass ein junger Mensch augenscheinlich grundlos Leute auf offener Straße schlägt?

Ein 18-jähriger Zeuge erklärte, dass beide bereits sehr angetrunken wirkten, dabei immer wieder aggressiv gewesen seien: "Wir mussten noch 20 Minuten auf den Bus warten, deshalb wollten wir die Gefahrenzone verlassen." Doch einer der beiden Angreifer habe die Gruppe verfolgt und zugeschlagen. Der Zeuge brachte das Messer wieder ins Spiel: "Er deutete an, ein Messer zu benutzen, und zeigte immer wieder auf seine Hosentasche. Das klang nicht so, als ob er das in einem betrunkenen Zustand einfach mal so lapidar vor sich hersagen würde. Da war für uns das Limit erreicht, wir fühlten uns massiv bedroht", erklärte er.

Da zwei Geschädigte vor Gericht nicht erschienen und auch noch zwei unbeteiligte Personen als Zeugen aussagen sollen, wurde die Verhandlung vertagt.

Quelle: RP
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