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Leichlingen
Aufwendiges Kunsthandwerk

Leichlingen: Aufwendiges Kunsthandwerk
Gerhard Hohns arbeitet in einer Leverkusener Schmuckwerkstatt. Dort werden sowohl aufwendige Ketten angefertigt als auch Ringe nach der japanischen Schmiedetechnik "Mokume Gane". FOTO: Uwe Miserius
Leichlingen. Rund 70 Händler waren beim Garten- und Kunstmarkt auf Schloss Eicherhof in Leichlingen vertreten. Von Tobias Brücker

Nicht nur die Sonne strahlte am Wochenende über Schloss Eicherhof, auch die Besucher des dortigen - zum vierten Mal im Frühjahr veranstalteten - Garten- und Kunstmarktes waren sichtlich zufrieden. Rund 70 Verkaufsstände boten allerlei Selbstgemachtes und zum Teil von weither Importiertes. Von aufwendigen Skulpturen, über hochwertigen Schmuck bis hin zu Salzen oder Kräutern aus Frankreich war alles dabei.

Aus der Leverkusener Schmuckwerkstatt von Anne Bach war Geselle Gerhard Hohns vor Ort. Er verkauft bereits seit dem ersten Herbstmarkt regelmäßig seine Schmuckstücke. Neben aufwendigen Ketten sind es insbesondere die Ringe, die einen hohen Arbeitsaufwand verlangen.

"Wir schmieden sie nach einer japanischen Kunst", sagt der 58-Jährige. "Mokume Gane" heißt diese Technik und bedeutet übersetzt: holzgemasertes Metall. Hierbei werden Edelmetalle, wie Gold, Silber, Platin oder Palladium, in verschiedenen Schichten miteinander verschweißt und so lange geschmiedet, bis ein holzartiges Muster entsteht. "Der teuerste Ring, den wir je hergestellt haben, kostete 6000 Euro", berichtet Hohns. In der Leverkusener Schmuckwerkstatt an der Bracknellstraße 16A können derartige Stücke erworben werden.

In eine ganz andere Richtung geht derweil die Leidenschaft der gebürtigen Solingerin Annette Tielmann. Viele bunte Wollpullover hängen an ihrem Stand. "Seit ich 15 bin, stricke ich. Das habe ich von meiner Oma", erzählte die jetzt 58-Jährige, die bis zu zwei Tagen an einem Kleidungsstück arbeitet und auf bis zu 30 Märkten im Jahr vertreten ist. "Das Stricken gibt mit Zufriedenheit, ich kann meine Kreativität ausleben und bin unabhängig."

Weitestgehend zeigten sich die vielen Besucher zufrieden. Die Auswahl sei sehr gut getroffen und abwechslungsreich. Etwas Kritik gab es dennoch: Für Jungen im Alter zwischen zehn und 14 sei so gut wie nichts dabei.

Derweil plant man auf Schloss Eicherhof neue Akzente, berichtet Gert Schiffers von der organisierenden Norbert Junge GmbH. "Wir führen mit dem Eigentümer bereits Gespräche. Der Vertrag soll verlängert und ausgeweitet werden." So könnte es im Sommer einen weiteren Markt rund um das Schloss geben - der sich dann vor allem rund ums Schlemmen drehen soll. "Ganz entfernt planen wir zudem einen Weihnachtsmarkt", sagt Schiffers. Das allerdings erst in rund zwei Jahren.

Für den im Herbst stattfindenden Markt gibt es bereits jetzt gut 80 Anmeldungen. Eine Zahl, die die Kapazitäten sprengt. Schmuckgeselle Gerhard Hohns wird ganz sicher wieder mit dabei sein.

Quelle: RP
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