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Leichlingen
Aula-Miete: Steffes will Ratsbeschluss für Karneval

Leichlingen. Der Bürgermeister kann sein Versprechen, Karnevalisten die Saalmiete zu erlassen, nicht ohne die Politik umsetzen. Von Peter Korn

Die Prinzenproklamation der Leichlinger Karnevalisten künftig in Bergisch Neukirchen - dieses Horrorszenario will Bürgermeister Frank Steffes mit aller Kraft verhindern. Entsprechende Pläne hatte die Vereinigung Leichlinger Karneval (VLK) unlängst bekannt gegeben. 800 Euro für den Saal und 400 Euro für die Feuerwehr - das sei einfach nicht zu leisten.

Steffes hatte in einer ersten Reaktion daraufhin angekündigt: Wenn Karneval als Weltkulturerbe gelte, sei es nur "folgerichtig, dass der Leichlinger Karneval in den Kulturkalender aufgenommen und subventioniert wird". Darüber werde er im Zweifelsfall "per ordre de Mufti" entscheiden.

Gestern nun korrigierte der Stadtchef diese aussage in einem Teilbereich. Denn um den Karnevalsgesellschaften die Aula-Miete gänzlich zu erlassen, benötigt er einen Beschluss des Stadtrats. Er selbst dürfe die Miete lediglich um 10 Euro pro angefangener Stunde senken, teilte Steffes mit. "Ich bin aber zuversichtlich, dass ich einen solchen Ratsbeschluss erwirken kann", sagte Steffes auf Anfrage. Was die Karnevalisten freut, stößt jedoch nicht überall auf Gegenliebe. So bezeichnete Holger Kockenberg, Vorsitzender des MGV Herscheid 1856, die Pläne des Bürgermeisters als "sehr bedenklich". "Ich habe den mehrfach gehörten Spruch des damaligen Kämmerers und anderer Mitglieder der Stadtverwaltung und des Rates immer noch in den Ohren", merkt er an. 2014 beim Runden Tisch, als es um die zukünftige Pacht für das Sängerheim des Männerchores ging, habe es geheißen: Jeder muss halt seinen Beitrag leisten. "Dies haben wir sicherlich durch die hohen Investitionen auch seit vielen Jahren getan", argumentiert Kockenberg.

Den geplanten Mieterlass für den VLK bezüglich der Aula Leichlingen sehe er deshalb kritisch: "Eine solche Ausnahme ist ein Schlag ins Gesicht der Vereine und Veranstalter, die die hohen Nutzungsgebühren für die Aula bisher tragen müssen oder nicht mehr tragen können!"

Der MGV habe sich vor Jahren in Witzhelden "einige der sehr begrenzten Alternativen" gesucht, die dem Publikum gerecht würden "und Konzerte finanziell tragbar halten", berichtet Kockenberg.

Steffes wies die Kritik gestern prompt zurück: Der MGV Herscheid profitiere immerhin auch von der Regelung und müsse keine Saalmiete für die aula mehr bezahlen.

Das Sängerheim sei aber eine ganz andere Baustelle. Das Gebäude habe eigentlich abgerissen werden sollen, sei dann jedoch gegen entsprechende Auflagen den Herscheidern erhalten worden: "Dass man für eine Immobilie Miete bezahlt, für die man einen eigenen Schlüssel besitzt, halte ich für zumutbar", sagt der Bürgermeister.

Quelle: RP
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