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Leichlingen
Behördenstreit: Hundeschule droht das Aus

Leichlingen: Behördenstreit: Hundeschule droht das Aus
Könnte starten, darf aber nicht: Hundetrainerin Brigitte Movila. FOTO: miserius
Leichlingen. Brigitte Movila ist ratlos: Im Juni wollte die Solingerin ihre Hundeschule "dogs" in die Tennishalle in Bremsen verlegen. Anfang des Jahres hatte sie vom Bauamt einen Vorbescheid erhalten, der ihr dafür ein verkürztes Genehmigungsverfahren von sechs Wochen ankündigte. Inzwischen ist Mitte August, sie hat fast 20 000 Euro investiert, aber eine Eröffnung ist nicht in Sicht. Von Ina Bodenröder

"Am 31. Juli habe ich von der Stadt ein Schreiben bekommen, dass ich nun ein Vollverfahren zur Genehmigung durchlaufen muss. Das dauert mindestens drei Monate", sagt die Hundetrainerin, der nach eigenem Bekunden langsam die Luft ausgeht. Der Stadtverwaltung wirft sie vor, ihr Projekt durch immer neue Unterlagen hinauszuzögern. So solle sie jetzt im seit Jahren vorhandenen Lageplan der Tennisanlage die Zäune, das Vordach am Clubhaus und die Terrasse einzeichnen lassen, obwohl sie gar nichts verändert habe.

Ein weiteres Problem ist der Schallschutz: "Ich habe am 11. März ein Schallschutzgutachten eingereicht, das am 30. Juni nach Gesprächen mit der Stadt noch einmal geändert wurde. Am 15. Juli gab es dazu eine schalltechnische Stellungnahme. Alle kommen zu dem Ergebnis, dass die Hundeschule schalltechnisch kein Problem ist", berichtet Movila. Mündlich sei ihr angekündigt worden, dass sie die Genehmigung im Juli bekomme, passiert sei nichts.

Denn am Schallschutz für die Hundeschule scheiden sich jetzt die Geister. Nicole Plüming, deren Familie das unmittelbar an die Tennishalle angrenzende Apartmenthaus Ingrid und das Restaurant gehört, ist über das Vorhaben alles andere als begeistert. "Das Konzept passt nicht hierher. Wir haben Angst, dass uns bei dem Hundegebell die Gäste ausbleiben", sagt sie. Wenn ein Lärmschutzgutachten nachweise, dass die Geräuschbelastung nicht zu hoch sei, werde ihre Familie das akzeptieren. Derzeit habe sie an den Messungen jedoch Zweifel und der Stadt das auch mitgeteilt. Helge Mehrtens, Leiterin des Bauamtes, weist Movilas Vorwürfe zurück: "Eine überdurchschnittlich große Anzahl an Beratungsgesprächen und beantworteten E-Mail-Anfragen belegen, dass sich von der Sachbearbeitung über die Amtsleitung bis zum Bürgermeister viele Mitarbeiter mit großem zeitlichen Engagement eingebracht haben. Wenn lange Bearbeitungszeiten entstehen, liegt dies häufig daran, dass der verantwortliche Architekt keine vollständigen Unterlagen abgibt, zu wenige Exemplare einreicht oder sich mehr oder weniger grobe Fehler einschleichen."

Auch Bürgermeister Frank Steffes nimmt seine Mitarbeiter in Schutz: "Wenn die Interessen so konträr sind wie hier, muss die Verwaltung äußerst sauber prüfen." Brigitte Movila bleiben nach eigenem Bekunden nun nur noch zwei Optionen: "Entweder klage ich, aber das dauert mindestens anderthalb Jahre. Oder ich mache das Vollverfahren. Vor Winter wird das dann mit meiner Hundeschule aber nichts."

Quelle: RP
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