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Leichlingen
Bennert: Hallen-Bau ärgert Nachbarn

Leichlingen. Weil eine private Halle ohne Zustimmung der Politik gebaut wird, wähnt ein Anwohner einen Alleingang der Verwaltung. Von Roman Zilles

In der Mittagshitze, bei deutlich über 30 Grad Celsius im Schatten, liegen die Arbeiten brach. Die orangene Mischmaschine und die Schubkarre ein paar Meter weiter stehen still. In der Mitte der schätzungsweise 25 mal 45 Meter großen Halle steht ein Paar Arbeitsstiefel. Aber darin stecken keine Arbeiterfüße, von Menschen keine Spur.

Zwar handelt es sich bislang noch gar nicht um eine fertige Halle - bis gestern stand nur ihr Gerüst aus grünen Stahlträgern. Aber es ranken sich bereits Bedenken um das Gebäude, das unweit der Flüchtlingsunterkunft am Ortsrand von Bennert im Entstehen begriffen ist. Rolf Aders, der zwei Steinwürfe entfernt im Ort wohnt, hat die "XXL-Halle" nach der Rückkehr aus seinem Urlaub gesehen. Und diese Entdeckung habe bei ihm eine Mischung aus Erstaunen und Verärgerung ausgelöst. Denn weder habe man ihm beim Bauamt Auskunft über den Hintergrund der Halle gegeben, noch hätten politische Fraktionen von dem Bau gewusst. "Das ist doch ein Unding, dass im Vorfeld des Baus einer Halle in dieser Größenordnung weder Fachausschüsse noch Rat beteiligt werden", moniert Aders und wähnt einen Alleingang der Stadtverwaltung.

Dort allerdings winkt man ab. "Alles geht mit rechten Dingen zu. Die entsprechende Baugenehmigung für die Halle wurde vom Bauamt erteilt", sagte Stadtsprecherin Ute Gerhards. Genutzt werden soll das Gebäude künftig landwirtschaftlicht, führte Gerhards aus. Mehr ist von ihr im Speziellen nicht zu erfahren, da es sich um eine privates Bauangelegenheit handelt. Im Allgemeinen habe aber alles seine Richtigkeit, bekräftigt sie: Bei einem Vorhaben wie diesem müsse kein Fachausschuss in die Genehmigung einbezogen werden, solange die Pläne dem geltenden Bebauungsplan nicht zuwiderlaufen.

Anwohner Rolf Aders stellen diese Auskünfte ganz und gar nicht zufrieden. Er halte es für unabdingbar, dass ein solches Bauvorhaben im Vorfeld politische Gremien durchlaufe und von diesen beschlossen werden müsse. Im Rahmen seiner Nachfragen bei den Leichlinger Fraktion hätten ihm diese diesbezüglich auch Recht gegeben, und zwei Parteien hätten angekündigt, in dieser Sache tätig zu werden.

Derweil klingt der geplante Nutzungszweck der Halle wenig dramatisch und durch und durch landwirtschaftlich: Vor Ort ist zu erfahren, dass dort nach der Fertigstellung Schafe; Stroh und Heu untergebracht werden sollen.

Quelle: RP
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