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Leichlingen
Bildhauer Kampf erobert sich "Bikos" Garten-Paradies

Leichlingen. Wer durch das Tor getreten ist, hat vergessen, dass er sich am Rande einer Kleinstadt befindet. Im Garten von Heiderose Birkenstock-Kotalla wähnt man sich im Paradies. Insbesondere während der Rosenblüte kann er es mit den schönsten Anlagen Südenglands aufnehmen, deren Philosophie hier durchaus Pate gestanden hat. In dieser Zeit lädt die malende Gärtnerin oder gärtnernde Malerin - je nach Jahreszeit - stets einen Bildhauer zur Auseinandersetzung mit dem Gelände ein. Von jeder Ausstellung bleibt ein Stück zurück, von denen einige inzwischen mit dem Garten verwachsen und Teil der gebändigten Natur geworden sind. Von Monika Klein

"Ich bin jemand, der gerne auf die Räume eingeht", sagt Uwe Kampf, den "Biko" in diesem Sommer zu "Kunst und Garten" eingeladen hat. Der Solinger Bildhauer ist, wie eigentlich alle Gäste, begeistert vom Gelände mit Wupperzugang und vielen majestätisch emporstrebenden Bäumen, die üppig blühende Ramblerrosen bis in die Kronen erklommen haben. Begeistert von der Pflanzenvielfalt, vom ästhetischen Miteinander unterschiedlicher Wuchsformen und Grüntöne, von den verschlungenen Wegen, die den kompletten Durchblick verhindern.

"Man muss sich den Garten auch erobern", sagt er und beschränkt sich auf vier große Arbeiten, die klare Akzente setzen. Seine "Sirene" hat er so auf die obere Wiese vor der Terrasse gesetzt, dass sie die Sicht teilweise versperrt und das Gelände teilt. Die emporstrebende zweiteilige Edelstahl-Skulptur ist nicht zufällig wellenförmig geschnitten. Alle Arbeiten haben einen Bezug zur Wupper. Dichter am Ufer hat er "Kalypso", die zweite Edelstahl-Arbeit in ähnlicher Form, platziert. Hier hat er drei Stahlscheiben hintereinandergesetzt, aber waagerecht, so dass sie ein Boot assoziieren, das dem Fluss zustrebt. Wie die Sirene ist auch diese Figur in einem massiven Block aus Ruhrsandstein (mit kleinen Kohleeinschlüssen) gelagert - aber beweglich wie ein Schiffchen, das auf Wellen schaukelt.

Die zwei anderen Großplastiken sind aus rostigem Cor-ten-Stahl. Eine zweiteilige Skulptur, die wieder eine elementare Form aufweist, lässt sich auf unterschiedliche Weise präsentieren. Zusammengefügt würde sie als Knospe erscheinen, doch hier hat sich Kampf entschlossen, mehr den Flusslauf zu betonen. Kantig und standfest wacht "Argos" über Kunst und Natur. Die Titel sind Ergebnis einer intensiven Beschäftigung mit der Odyssee, die auch der Ausstellung den Namen gab. Unter Dach zeigt Kampf eine Miniausführung von "Sirene", die in kleiner Auflage entstanden, sowie Bronze-Miniaturen zum Thema "Babel".

Nach der Eröffnung am Samstag, 11. Juni, (15.30 Uhr) ist der Kunst-Garten von Heiderose Birkenstock, Unterberger Wiesen 11, nach Vereinbarung zu besichtigen: 02175 71538 oder 0212 645549.

Quelle: RP
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