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Leichlingen
Biomüll-Ärger: BAV setzt Kampagne fort

Leichlingen: Biomüll-Ärger: BAV setzt Kampagne fort
"Tonnen, die nicht nachsortiert werden, bleiben wiederholt stehen", betont der BAV. Und werden wohl weiter für Ärger sorgen, nicht zuletzt wegen des Geruchs. FOTO: endermann
Leichlingen. Nicht geleerte Biotonnen erhitzen in der Blütenstadt weiter die Gemüter. Der Abfallwirtschaftsverband setzt auf Infos. Von Peter Clement

Der Ärger ist gewaltig: Immer wieder in den vergangenen Tagen haben sich Leser unserer Zeitung über den Bergischen Abfallwirtschaftsverband (BAV) beschwert: Der fährt zurzeit in Leichlingen eine Informationskampagne zur getrennten Bioabfallsammlung. In diesem Rahmen werden auch die zur Abfuhr bereit gestellten Biotonnen auf die richtige Befüllung kontrolliert.

Bürgerbeschwerden zufolge blieben jede Menge Tonnen stehen - "besonders schöne große" hat etwa der Leichlinger Helmut Bischoff ausgemacht: "vor unseren baudominanten Hochhäusern. alle versehen mit einem roten Aufkleber mit dem in freundlichen Worten erklärt wird, dass auch die Bio-Abfallbeutel - nach DIN EN 13432 - nicht in die Bio-Abfalltonnen sondern in den Hausmüll gehören, zumindest soweit sie vom BAV entsorgt werden", schreibt er und fügt hinzu: "Ja, wer spinnt denn jetzt? Den Ankündigungen vom BAV auf die bevorstehenden Kontrollen der Mülltonnen - die ich grundsätzlich befürworte - habe ich keinen Hinweis auf die Nichtakzeptanz der Bio-Abfallbeutel entnehmen können."

Der "Überfallaktionismus" erscheine unverhältnismäßig - "gerade bei den zurzeit herrschenden Temperaturen - und überzeugt keinen, Hausmüll und Bio-Müll besser als bisher zu trennen".

Kein Hinweis? Das bestreitet Christoph Rösgen vehement. Der Leiter der Abfallwirtschaft des BAV betont, die Sache mit den Tüten sei wesentlicher Bestandteil der Kampagne: Plastiktüten, auch die mit Kompostierungshinweis, ließen sich trotz modernster Technik nicht komplett entfernen und blieben somit in kleinsten Fragmenten im Qualitätsprodukt Bergischer Kompost zurück.

"Wir sind nun einmal gehalten, im Vergärungsverfahren zu kompostieren", sagt Rösgen. Plastiktütenrückstände müssten da aufwändig herausgesucht werden: "Das kostet Geld und verteuert wiederum die Müllgebühren."

Daher werde weiter aufgeklärt: Die zur Abfuhr bereitgestellten Biotonnen werden mit einem permanenten Aufkleber versehen, der in kurzer Form darüber informiert, was auf keinen Fall in die Tonne gehört.

Neben den Plastikbeuteln sind das unter anderem Verpackungsabfälle aus Glas, Metall und Kunststoff. Biotonnen mit fehlerhafter Befüllung, die eine Verwertung unmöglich macht, erhalten einen roten Hinweiszettel und werden nicht geleert. Diese Tonnen müssen von den Besitzern nachsortiert werden und werden in diesem Fall bei der nächsten planmäßigen Biotonnenabfuhr geleert. "Tonnen, die nicht nachsortiert werden, bleiben wiederholt stehen", betont der BAV. Und werden weiter für Ärger sorgen.

Rösgen hält dagegen: "Aus den gesammelten Bioabfällen wird hochwertiger Kompost für die Landwirtschaft, den Garten- und Landschaftsbau sowie für die Nutzung in privaten Gärten hergestellt." Die richtige Befüllung der Biotonnen sei dafür "die entscheidende Voraussetzung".

Und schließlich gibt er noch einen Tipp: "Nasse Bioabfälle, zum Beispiel aus der Küche, können in Zeitungs- oder Küchenpapier eingewickelt in die Biotonne gegeben werden. Kompostierbare Papiertüten sind im Handel erhältlich. Es gibt genug Möglichkeiten abseits von Plastiktüten."

Infos zur Kampagne ww.wbavweb.de oder Tel.: 0800 / 805 805 0

Quelle: RP
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