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Leichlingen
Brandstiftung: Es soll Tatzeugen geben

Leichlingen: Brandstiftung: Es soll Tatzeugen geben
Es war wieder Brandstiftung: Das gab die Polizei gestern bekannt. Es soll diesmal aber auch Zeugen geben. FOTO: Michael Kiesewalter
Leichlingen. Der Kellerbrand und die Pkw-Brände sind vorsätzlich gelegt worden. Tatzusammenhänge sind nicht ausgeschlossen. Von Gundhild Tillmanns

"Es war Brandstiftung an der Lessingstraße. Und auch die Pkw-Brände von Freitagabend waren Brandstiftung ", meldete die Polizei Rhein-Berg gestern auf Nachfrage unserer Redaktion. Technische Defekte seien in allen drei Fällen auszuschließen, wie es die Ermittlungen ergeben hätten. Außerdem werde ein Tatzusammenhang mit dem Kellerbrand an der Lessingstraße und den beiden Pkw-Bränden nicht ausgeschlossen, fasste Polizeisprecherin Claudia Kammann gestern das vorläufige Ermittlungsergebnis zusammen. Bei dem Kellerbrand mussten vier Hausbewohner mit Verdacht auf Rauchvergiftung ins Krankenhaus gebracht werden. Die Polizei hoffe im Zusammenhang mit den Pkw-Bränden auf ganz bestimmte Zeugen, sagte Kammann. In der Nähe des Brandortes hätten sich am Freitagabend gegen 21 Uhr zwei etwa 20 bis 30 Jahre alte Männer auf dem Parkplatz am Rathaus aufgehalten: "Wir würden die beiden gerne sprechen", sagt die Polizeisprecherin und bittet die Zeugen, sich zu melden oder weitere Beobachter, die zu den Männern etwas sagen könnten, die Polizei zu kontaktieren. Die Männer sollen möglicherweise osteuropäisch aussehen und zwischen etwa 1,75 und 1,80 Meter groß sein.

Es sieht nur so aus: Geschneit hatte es nicht in Leichlingen. Die Feuerwehr mussten den brennenden Pkw mit Löschschaum eindecken.

Darüber hinaus prüften die Brandermittler noch, ob es Zusammenhänge zwischen den aktuellen Taten und der Serie vom Vorjahr geben könne. Bislang lägen aber keine Ermittlungsergebnisse vor. Der einzige Fall von Brandstiftung, wo in Leichlingen ein Täter gefasst worden sei, liege drei bis vier Jahre zurück. Damals habe es sich um einen Dachstuhlbrand gehandelt.

Den gefährlichsten Fall von Brandstiftung hatte es im Dezember 2014 in dem Hochhaus gegenüber des Rathauses gegeben. An mehreren Stellen im Keller war Brandbeschleuniger gefunden worden. Das Haus musste evakuiert werden, mehrere Bewohner erlitten Rauchvergiftungen.

Jetzt scheint sich aber eine Wende abzuzeichnen: Denn Feuerwehrchef Ronald Hillbrenner verweist auf einen Zeugen, der sich ihm gegenüber offenbart habe. Am Samstag habe ihn der Zeuge angesprochen, der sich bei der Polizei melden wolle: "Die Person hat mir ihre Beobachtungen mitgeteilt, und ich werde selbst bei der Polizei nachfragen, ob sich der Zeuge auch dort eingefunden hat. Die Polizei hat zwar das Umfeld nach den Bränden immer besonders beobachtet. Aber wenn wir jetzt zumindest eine grobe Täterbeschreibung bekommen können, dann kann man auch wesentlich gezielter suchen", hofft Hillbrenner.

Bezeichnend sei es, dass die mutmaßlichen Brandstiftungen immer in der dunklen Jahreszeit und immer auf einem bestimmten Areal (Cremers Weiden) geschähen, blickt der Feuerwehrchef auch über die drei aktuellen Fälle zurück in die vergangenen Jahre. Es sei zwar spekulativ, aber Brandstifter agierten höchst selten in Gruppen. Er vermute, dass es eine Person im Umfeld der bisherigen Brände geben müsse, "die die dunkle Jahreszeit heller machen möchte", formuliert Hillbrenner seinen Verdacht. Gestern Vormittag hatte sich der Zeuge noch nicht bei der Polizei eingefunden.

Die Polizei hofft weiterhin auf Hinweise zu den aktuellen Fällen von Brandstiftung und möglicherweise auch zu älteren Fällen.

Kontakt zur Polizei Rhein-Berg gibt es unter: Telefon 02202 2050.

Quelle: RP
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