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Leverkusen
Bürger fordern 50 km/h auf Rennstrecke

Leverkusen: Bürger fordern 50 km/h auf Rennstrecke
Anwohner Helge Rahn kann bei schönem Wetter seine Terrasse nicht nutzen, weil die Raser auf der bekannten Rennstrecke der Landstraße 427, früher "Klingenring", zu viel Lärm machen. FOTO: Uwe Miserius
Leverkusen. Anwohner klagen über unerträglichen Lärm an der Rennstrecke L 427 vornehmlich durch Motorradfahrer. Sie fordern eine Tempobegrenzung auf 50 km/h, um damit gleichzeitig Unfallgefahren und Lärmemissionen zu mindern. Von Gundhild Tillmanns

Die Rennstrecke zwischen Herscheid und Wupperhof sei nicht nur unfallgefährlich. Dort sei es vor allem an den Sommerwochenenden so laut, dass schon einige Anwohner ihre Häuser verkauft hätten und weggezogen seien, beklagt Helge Rahn. Er wohnt seit acht Jahren am Scharweg und sagt: "Früher war es nicht so schlimm, aber seit einigen Jahren nehmen hier die Rennen zu. Sogar auf Youtube kann man Videos sehen, die die Motorradfahrer hier von sich drehen." Er sei zwar selbst Motorradfahrer und ein Autofan, aber wegen des Lärms könne er sich oft nicht mal auf die eigene Terrasse setzen, beklagt Rahn.

"Was sich hier bei schönem Wetter und trockener Straße freitagabends und an den Wochenenden abspielt, spottet jeglicher Beschreibung. Man braucht nicht bis zum Nürburgring fahren, um Motorsport in Witzhelden, Herscheid und Glüder live und innerorts hautnah zu erleben", schildert der Anwohner die Situation. Und ironisch merkt Helge Rahn an: "Sehr empfehlenswerte Plätze sind die Ortsein- und -ausgänge. Hochgeschwindigkeits- und Soundfans kommen auch auf den kurzen Geraden zwischen den Ortschaften auf ihre Kosten, zumal keinerlei Tempobeschränkung den Speed limitiert." Allein der Gedanke, das Protektoren an Leitplanken und Hinweisschilder vor den Kurven die Raserei einschränken könnten, hält Rahn für praxisfremd. Denn wie die RP berichtete, sollen Protektoren in den gefährlichen Kurven der L 427 an den Leitplanken angebracht werden, um die tödlichen Unfälle zu verhindern.

Der Anwohner fragt allerdings provokativ: "Warum müssen eigentlich diese wenigen Verkehrsrowdys auch noch geschützt werden ?" Und wer schütze denn die Anwohner vor dem Lärm? Als Lösung schlägt Rahn vor, Straßen.NRW möge doch den gesamten Streckenverlauf der L 427 auf 50 km/h beschränken. "Dann wäre neben dem Sicherheitsaspekt auch das Thema Lärm und Emission gelöst", meint der Anwohner.

Als Unfallschwerpunkt ist die Strecke aber bereits eingestuft, weshalb Straßen NRW auch unter anderem mit Protektoren Abhilfe schaffen will. Außerdem sollen die Fahrbahnmarkierungen verbessert und an besonders kritischen Stellen Warnschilder aufgestellt werden. Helge Rahn hat übrigens herausgefunden, dass die an seinem Haus vorbeiführende Landstraße ein Teil der offiziellen Klingenring-Rennstrecke aus den 1950er und -60er Jahren ist. Diese Rennstrecke werde nun aber mehr und mehr wiederentdeckt: "Man sieht hier immer öfter Pulks von Motorradfahrern, die die Strecke gleich mehrfach befahren und sich dabei filmen", berichtet Rahn.

Quelle: RP
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