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Sperrung der Wupperbrücke in Leichlingen
Busunternehmer warnt vor noch mehr maroden Brücken

Sperrung der Wupperbrücke in Leichlingen: Busunternehmer warnt vor noch mehr maroden Brücken
Die Brücke auf der Opladener Straße stammt aus dem Jahr 1960 und ist damit nur zwei Jahre jünger als das Bauwerk auf der Leichlinger Straße. FOTO: miserius (archiv)
Leichlingen. Die Autofahrer, Fußgänger und Radfahrer zwischen Leichlingen und Solingen haben sich gerade erst mühsam auf die Sperrung der Wupperbrücke in Nesselrath eingestellt, da droht möglicherweise neues Ungemach. Von Ina Bodenröder

Die Brücke auf der Opladener Straße (L294) stammt aus dem Jahr 1960 und ist damit nur zwei Jahre jünger als das Bauwerk auf der Leichlinger Straße. Und: Sie ist eine Spannbetonkonstruktion - wie die seit vorletzter Woche gesperrte Brücke. Darauf weist der Leichlinger Busunternehmer Rainer Hüttebräucker hin.

Von dem seinerzeit verbauten Stahl in Nesselrath ist bekannt, dass er aus einer minderwertigen Charge aus dem ehemaligen Stahlwerk Duisburg-Rheinhausen stammt. Dieser Stahl neigt zu Spannungsrisskorrosion, also zur Bildung und Ausbreitung von Rissen im Material. Auf Nachfrage unserer Redaktion sagte der zuständige Mitarbeiter beim Straßenbaubetrieb Straßen.NRW gestern: "Zu Mängeln an der Brücke an der Opladener Straße ist uns eigentlich nichts bekannt."

Um sicherzugehen, dass die wichtige Verkehrsverbindung mitten in Leichlingen nicht gleichermaßen von den Mängeln betroffen ist, will er sich nun aber mit Karsten Ditscheid von den Technischen Werken Solingen in Verbindung setzen und über die gesperrte Brücke zwischen Leichlingen und Solingen nähere Informationen einholen.

Dort quälen sich seit vergangener Woche die Auto- und Radfahrer über die stark verengte Wipperauer Straße: Im Zuge der Brückensperrung waren Baken aufgestellt worden, um die Fußgänger besser auf der Straße ohne Bürgersteig zu schützen. Am Dienstag hat das Verkehrsunternehmen Hüttebräucker deshalb zwischen 6 und 22 Uhr eine Verkehrszählung durchgeführt - mit erstaunlichem Ergebnis: "In der Zeit sind genau sieben Fußgänger über die Wipperauer Straße gegangen, aber 2530 Personenwagen, Lastwagen und Fahrradfahrer über die ungeeignete Straße gefahren", berichtete Busunternehmer Rainer Hüttebräucker am Mittwoch.

400 Fußgänger nutzten in derselben Zeit die Ausweichstrecke über die Juckelbrücke. "Hier werden viele Verkehrsteilnehmer zugunsten weniger benachteiligt", zog Hüttebräucker sein Fazit. Der Aufwand sei unverhältnismäßig, die Verbakung überflüssig. "Diese Baken sind derzeit solange geplant, bis die Fußgänger die Wupperbrücke wieder passieren können", sagte Sabine Rische von der Stadt Solingen. Allerdings sei nichts in Stein gemeißelt: "Wir gucken und beobachten. Wie wir reagieren werden, ist aber noch offen", betonte sie. Am ersten Tag nach der Brückensperrung habe man bereits ein absolutes Halteverbot auf der Wipperauer Straße eingerichtet und die Ausweichbuchten vergrößert.

"Wir werden alles tun, um die Situation so erträglich wie möglich zu gestalten", versprach die Stadtsprecherin.

Lesen Sie hier, was der Landrat im Interview mit unserer Redaktion zur Wupperbrücke sagt.

Quelle: RP
 
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