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Leichlingen
BWL: Stadt soll Läden wegen Müll bestrafen

Leichlingen: BWL: Stadt soll Läden wegen Müll bestrafen
Momentaufnahme gestern Nachmittag am Leichlinger Busbahnhof: Der erste Kaffeebecher wird schon wieder neben dem Mülleimer "geparkt". Insbesondere in den Abendstunden gleichen manche Stellen in der Blütenstand einem Pappkarton-Lager, bemängelt die BWL. FOTO: Uwe Miserius
Leichlingen. Die BWL fordert Bußgelder gegen Geschäfte, die sich nicht um Müll-Entsorgung kümmern. Von Peter Korn

Überquellende Papierkörbe, leere Pizzakartons auf dem Boden und Pappbecher unter Bäumen - dieses Bild vor einigen Tagen Im Brückerfeld hat Franz Jung ziemlich wütend gemacht.

"Wenn man sich die Ortskerne von Leichlingen und Witzhelden ansieht, stellt man zusehends fest, dass die städtischen Abfallbehälter bis zum Rand und darüber hinaus mit Verpackungen der Außerhausverkäufe von Restaurants, Imbissläden und Bäckereien vollgestopft sind", ist dem Vorsitzenden der Bürgerliste Witzhelden-Leichlingen aufgefallen.

Für den Politiker ist das ein Unding: Er hat deshalb jetzt in einem Brief an die Stadt Leichlingen gefordert, massiv gegen die Mitverursacher dieses Zustands vorzugehen - und als solche betrachtet er die Geschäfte.

"Das sind die negativen Effekte des so genannten ,To go'-Geschäfts", beklagt Jung. Verpackungen und Becher lägen nämlich überall neben Bänken, in Sträuchern, sowie Ecken und Nischen von Häusern.

"Laut Gesetz ist ein Geschäftsin-haber für die Entsorgung der Verpackungsrückstände seines Betriebes in einem gewissen Außenradius selbst zuständig", sagt der BWL-Chef: "Das heißt, er muss in unmittelbarer Nähe seines Gewerbes Entsorgungsmöglichkeiten wie etwa Abfalltonnen schaffen." Das sei leider in den meisten Fällen nicht so.

Daher solle die Stadt, alle infrage kommenden Leichlinger und Witzheldener Betriebe anschreiben und auffordern, ihren Pflichten nachzukommen. "Bei Nichtbeachten dieser Vorschriften wird das Ordnungsamt aufgefordert, festzulegende Bußgelder zu verhängen", fordert Jung.

Thomas Knabbe ist Leiter des Leichlinger Ordnungsamts. Er sagte gestern auf Anfrage: "Es gehört zum Aufgabenprofil unserer Mitarbeiter, auch zu überprüfen, ob solche Betriebe, aber auch etwa Marktstände ausreichend Abfallbehälter zur Verfügung gestellt haben." Jungs Forderung sei teilweise also Tagesgeschäft.

Gleichwohl schlägt die Stadt vor, sich noch einmal alle Betriebe des so genannten ,To go'-Geschäfts gezielt unter der Fragestellung Müllentsorgung anzuschauen und gegebenenfalls das Gespräch mit den Betreibern zu suchen, wenn es Grund zur Kritik gibt.

Eines, so Knabbe, könne man aber auch damit nicht verhindern: "Wenn sich jemand in einer Pommes-Bude eine Schachtel Pommes Frites kauft, dann 100 Meter weiter geht und die leere Schachtel wegwirft, sind wir machtlos."

Quelle: RP
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