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Leichlingen/Rhein-Berg
Campinghäuser für Flüchtlinge?

Leichlingen/Rhein-Berg: Campinghäuser für Flüchtlinge?
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Leichlingen/Rhein-Berg. Die Freien Wähler im Kreis regen an, mobile Campinghäuser zu nutzen. Die Stadt winkt ab. Von Peter Korn

Der eine Hersteller spricht von einer "besondere Gelegenheit, Ihren Gästen einen günstige Unterkunft zu bieten". Der andere schwärmt von der perfekten Wahl für diejenigen "die nach einem gemütlichen, ökologischen und langlebigen Zuhause" suchen.

Mobile Campinghäuser bieten oft schon ab 12 000 Euro aufwärts Privatsphäre - meist für 4-6 Personen, je nach Wunsch und Geldbeutel auch mit Küche und Sanitärbereich.

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Das hat jetzt in der Politik eine Initiative ausgelöst: Die Freien Wähler im Kreis haben den Landrat aufgefordert, die "Nutzungs- und Anschaffungsmöglichkeit von Mobilheimen" zu prüfen, "wie sie in der Freizeit- und Campingindustrie genutzt werden".

"Mobilheime bieten den Vorteil, dass aufgrund der kompakten Bauweise Wohnmöglichkeiten je nach Größe (ab 30 Quadratmeter) für vier bis sechs Personen (insbesondere Familien) geschaffen werden können", heißt es in einem Schreiben der Freien Wähler an Landrat Dr. Hermann Josef Tebroke. Die Mobilheime seien mit einem Wohnbereich, einer Küchenzeile, zwei bis drei Schlafräumen sowie Dusche und WC ausgestattet, so wird argumentiert. Sie könnten im Regelfall an vielen Stellen autark aufgestellt werden. Der Anschluss an die Wasserversorgung und die Kanalisation sei vorgesehen. Die Beheizung könne entweder mit Erd- oder Propangas erfolgen.

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"Die Mobilheime - egal, ob neu oder gebraucht - bieten deshalb eine sinnvolle und kostengünstige Alternative für die Unterbringung asylsuchender Personen", finden die Freien Wähler.

Zumindest Leichlingens Bürgermeister Frank Steffes kann die Begeisterung für die Camping-Lösung bisher nicht teilen: "Das ist für uns ünerhaupt kein Thema", erklärte er gestern auf Anfrage. Die Stadt habe sich bisher vielmehr erfolgreich bemüht, echten Wohnraum zu finden und für Flüchtlinge zur Verfügung zu stellen.

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Andere Kommunen verfahren offenbar anders: So hat der Haupt- und Finanzausschuss der Gemeinde Kürten die Mobilheim-Offensive gerade einstimmig befürwortet.

Quelle: RP
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