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Leichlingen/Rhein-Berg
CDU-Sieger Tebroke will kein zweiter Bosbach sein

Leichlingen/Rhein-Berg: CDU-Sieger Tebroke will kein zweiter Bosbach sein
Landrat Dr. Hermann-Josef Tebroke vor seinem Lieblingsgemälde im Kreishaus: Er erhielt bereits jede Menge Glückwünsche. FOTO: Kreisverwaltung (archiv)
Leichlingen/Rhein-Berg. Landrat Hermann-Josef Tebroke wird für die CDU 2017 als Kandidat in den Bundestagswahlkampf ziehen - mit eigenen Schwerpunkten. Von Peter Clement

Es ging bereits auf Mitternacht zu, als Wolfgang Bosbach, der den ganzen Abend über in Reihe eins des Saales gesessen hatte, seinem soeben gekürten Nachfolger die Hand schüttelte und von Herzen alles Gute wünschte - Auftakt zu einer Gratulationskur, die eine Weile dauern sollte. Immerhin wollten viele der zwischenzeitlich bis zu 738 Parteimitglieder im Saal dem Landrat gratulieren, der nun Bundestagsabgeordneter werden soll und sich gegen seine drei parteiinternen Konkurrenten am Freitag zumindest schon einmal eindruck*svoll durchsetzte.

Knapp 47 Prozent der anwesenden Parteimitglieder vereinte Tebroke im ersten Wahlgang hinter sich. Seine Gegenkandidaten - die Journalistin Doro Dietsch (6,2 Prozent) und der Jurist Hubertus Prinz zu Sayn-Wittgenstein (16,1 Prozent) - waren chancenlos. Einzig Diplom-Wirtschaftsinformatiker Christian Buchen (30,8 Prozent) hielt dagegen. Am Ende gewann Tebroke die Stichwahl aber mit 54,7 Prozent der Stimmen.

Ein kurzes Anstoßen mit Freunden auf den Sieg - dann war Tebroke auch schon wieder auf dem Weg nach Hause, denn gestern morgen stand der nächste Termin als Landrat in Altenberg an.

Genau diese Erfahrungen im Amt als Chef der Kreisverwaltungs- und Polizeibehörde, seine Einblicke in kommunale Belange, die er als Landrat, aber zuvor auch als Bürgermeister der Gemeinde Lindlar sammeln konnte - sie sind das größte Pfund, das Hermann-Josef Tebroke im Bundestag einbringen könnte.

Und das möchte der 52-Jährige auch tun, wie er gestern im Gespräch mit unserer Redaktion unterstrich: "Ich will kein zweiter Wolfgang Bosbach sein, das könnte ich auch gar nicht", sagte er: "Aber ich habe genug Erfahrungen, Kenntnisse und Kontakte, um in Berlin die Belange unserer Kommunen mit Nachdruck vertreten zu können." Zu seinem Wahlkreis wird auch Leichlingen gehören.

Dass Tebroke seine eigenen Schwerpunkte setzen und in Berlin damit Gehör finden wird, davon ist CDU-Kreisverbandsvorsitzender Rainer Deppe fest überzeugt: "Soviel ist klar: Hermann-Josef Tebroke wird kein Hinterbänkler", kündigte er gestern schon einmal an.

Der berufliche Werdegang des Landrats untermauert diese These, denn vor der Politik hatte der vierfache Vater bereits eine solide wissenschaftliche Karriere aufzuweisen: 1999 wurde er Professor an der Hamburger Universität für Wirtschaft und Politik. 2001 wechselte er als Professor zur Universität Bayreuth. Schon damals ist er zur Arbeit gependelt und das wird - Wahlsieg vorausgesetzt - auch diesmal wider der Fall sein. Im Bergischen gefällt es Tebroke nun mal besonders gut - das hat er mit Bosbach gemein.

Quelle: RP
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