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Leverkusen/Leichlingen
Coach "Beagle" formt Deutschlands Handballerinnen

Leverkusen/Leichlingen. Michael Biegler trainiert das Nationalteam der Frauen. Nun läuft ein Lehrgang in Leverkusen und seiner Heimatstadt Leichlingen. Von Dorian Audersch

In zwei Wochen beginnt die Handball-EM der Frauen in Schweden. Als Teil der finalen Vorbereitung auf das Turnier war das Team um Trainer Michael Biegler in Leverkusen und Leichlingen zu Gast - zum vierten Lehrgang unter seiner Regie. Für den Coach (Spitzname: "Beagle") ist es eine Rückkehr in seine alte Heimat. Der 55-Jährige ist gebürtiger Leichlinger. Bereits in seinem Sportstudium zog es ihn in die weite Handball-Welt. Seine erste Trainerstation war noch als Student die B-Jugend von Blau-Weiß Königsdorf, wo er auch zwei Jahre in der Verbandsliga Mittelrhein spielte.

1985 ging er als Diplom-Sportlehrer und junger Coach zum LTV Wuppertal, wo er sich schnell einen Namen machte. Es folgten weitere Stationen unter anderem beim TSV Bayer Dormagen, dem VfL Gummersbach, Frisch Auf Göppingen, SC Magdeburg, bei der polnischen Nationalmannschaft und dem HSV Hamburg.

Seit April coacht er die deutsche Frauen-Nationalmannschaft. Mitte der 1990er Jahre war er auch Co-Trainer der DHB Männer. Viel mehr Handballerfahrung geht also nicht. Im vorläufigen EM-Kader für das am 4. Dezember in Schweden beginnende Turnier stehen auch die beiden Elfen Jennifer Rode und Jenny Karolius. Nach den beiden Testspielen gegen Schweden am kommenden Samstag in Hamm (18 Uhr) und am 17. November in Trier soll das endgültige Aufgebot für Schweden feststehen. Von den jetzt noch 21 Spielerinnen werden nur 16 in den Norden reisen. Allerdings hat das Turnier nicht den allerhöchsten Stellenwert. Weitaus wichtiger ist Biegler, der beim derzeitigen Lehrgang mehrere Einheiten in der Ostermann-Arena, in der Fritz-Jacobi-Anlage und Am Hammer leitete, die Heim-WM im kommenden Jahr.

Die beiden (Werks-)Elfen hoffen freilich, bei EM und WM dabei zu sein. "Bis es soweit ist und das Aufgebot feststeht, werden wir unser Bestes geben", sagt Karolius. Die 30-Jährige ist Kapitänin der von Renate Wolf trainierten Bundesliga-Mannschaft. Der TSV Bayer gilt in der deutschen Handballszene als Ausbildungsverein künftiger Nationalspielerinnen. Immer wieder bringen die Werkselfen Spielerinnen hervor, die früher oder später den Sprung in die Auswahl des DHB schaffen. Allerdings bleiben angesichts lukrativer Angebote anderer Vereine längst nicht alle in Leverkusen. Die Kreisläuferin nimmt das sportlich: "So bekommen neue Spielerinnen ihre Chance."

In dem Lehrgang, der für Karolius und Rode aufgrund seines "Heimspiel"-Status mehr als nur kurze Anfahrtswege bedeutet, geht es vor allem um Mentales. "Viele von uns hatten zuletzt fünf Spiele in 14 Tagen", sagt Karolius. Deswegen gehe es auch darum, den Kopf frei zu bekommen. "Wir arbeiten momentan viel an der Athletik und halten und physisch fit." Jeder Lehrgang habe seine eigenen Schwerpunkte.

Beide haben übrigens ebenfalls Spitznamen in der Handball-Szene. Die 21-jährige Rechtsaußen Rode wird "Jeje" genannt und ihre Teamkollegin "Flummi". Letzteres habe seinen Ursprung bereits in der Jugendzeit von Karolius genommen. "Meine damalige Trainerin hat immer gesagt, dass ich auf dem Feld quasi überall zu finden bin - und da herumspringe wie ein Flummi", sagt die Kreisläuferin der Elfen. Über Biegler können beide nur Gutes berichten. Seit seiner Amtsübernahme gehe es strukturierter zu. Zudem sei der gebürtige Leichlinger ein "Handballverrückter". Er habe die Heim-WM fest im Blick und einen klaren Plan: "Die Stimmung hat sich zum Positiven geändert."

Quelle: RP
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