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Leichlingen
Das Schlagloch-Dilemma

Leichlingen: Das Schlagloch-Dilemma
Schlaglöcher im Bereich Zweieichen: Die Straße gilt, wie viele andere im Stadtgebiet - als "noch nicht erstausgebaut". Knackpunkt: Kosten für die Anwohner. FOTO: uwe miserius
Leichlingen. Ein Großteil der städtschen Straßen ist nicht erstausgebaut. Heißt: Wer Asphaltdecken statt Löchern will, muss zahlen. Von Peter Clement

Der ADAC wird in diesem Frühjahr ganz konkret: "Schlagloch-Pisten können zu gefährlichen Situationen und Schäden am Fahrzeug führen", warnt der Automobilclub und rät allen, die durch Krater im Asphalt Beschädigungen an ihrem Kfz entdecken, Schadenersatz vom jeweiligen Eigentümer - der Stadt, dem Land oder dem Bund - zu verlangen.

Wie lauten die Tipps der Verkehrsexperten?

- Besonders aufmerksam fahren und auf entsprechende Warnschilder achten, "denn die müssen Kommunen mindestens aufstellen, um ihre Verkehrssicherungspflicht nicht zu verletzen".

- Für den Schadenfall rät der ADAC, zeitnah Beweismittel zu sichern - das Schlagloch, die betroffene Straße sowie das beschädigte Fahrzeug fotografieren.

- Die zulässige Höchstgeschwindigkeit notieren.

- Namen und Anschriften in Betracht kommender Zeugen festhalten.

- Polizei und Kfz-Versicherung informieren.

Wie stehen die Chancen für eine Erstattung?

Die Chance, bei guter Beweislage die Reparaturkosten von der jeweiligen Kommune oder dem Land wieder zurück zu bekommen, bewertet der ADAC nach der momentanen Rechtslage durchaus optimistisch.

Wie entstehen Schlaglöcher?

Bei Regen dringt das Wasser in den Asphalt ein, gefriert in kalten Nächten und dehnt sich aus, so dass sich der Asphalt hebt. Wenn es wieder taut, entsteht ein Hohlraum unter der Fahrbahndecke, die leicht von darüber fahrenden Lkw oder Bussen eingedrückt werden kann.

Was muss die Stadt tun?

Das Aufstellen von Warnschildern ist nach Ansicht der Verkehrsexperten des Automobilclubs nicht das geeignete Mittel, der Problematik langfristig Herr zu werden. Vielmehr dürften die Löcher nicht Jahr für Jahr nur oberflächlich geflickt werden, sondern das Geld sollte in ein nachhaltiges Erhaltungsmanagement investiert werden. Dabei fiellen zwar zunächst höhere Kosten an, in der Zukunft könne aber erheblich gespart werden.

Wer muss das bezahlen?

Nicht immer die Stadt: Laut Leichlingens Bürgermeister Frank Steffes sind die meisten Durchgangsstraßen überhaupt nicht im städtischen Besitz. Und die Straßen, die Leichlingen gehören, gelten zu einem hohen Prozentsatz als "noch nicht erstausgebaut". Knackpunkt sind die anfallenden Kosten für die Anwohner. Deshalb gelten manche Straßen viele Jahre nach ihrem Bau noch immer als nicht fertiggestellt Eine grundsätzliche Sanierung des Asphalts würde zwar das Schlaglochproblem lösen - aber auch bedeuten, Anwohner an bis zu 90 % der Kosten beteiligen zu können. Und den erwartbaren Aufschrei scheut man nicht nur in Leichlingen. Hier gilt die Devise: Bürger können Schlaglöcher melden - der städtische Bauhof fährt dann umgehend hinaus und flickt. Mehr nicht.

Was können Autofahrer tun, diekeinen Verursacher für einen Schlagloch-Schaden finden?

Schlaglochschäden am Kraftfahrzeug übernimmt laut ADAC nur eine Kaskoversicherung.

Quelle: RP
 
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