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Leichlingen
"Deichweg" kommt nicht - 65.000 Euro sind weg

Leichlingen. Fast 65.000 Euro sind bereits in das Projekt geflossen, nun steht die Stadt mit leeren Händen da: Nach derzeitigem Stand wird es einen Rad- und Wanderweg zwischen Eicherhof und Unterberg an der Wupper entlang nicht geben. Das teilte die Stadtverwaltung den Politikern im Infrastruktur-, Verkehrs- und Betriebsausschuss am Donnerstagabend mit. Schon im November 2014 hatte der Rat die Verwaltung mit dem Bau eines "Deichweges" beauftragt. Doch erst bei einem Ortstermin mit der Bezirksregierung und dem Wupperverband im Januar dieses Jahres stellte sich die Aussichtslosigkeit des Unterfangens heraus. Bis dahin hatte die Stadt für Grundstückserwerb und Planungen bereits zehntausende Euro ausgegeben. Von Ina Bodenröder

Das Problem: Bei dem Deich handelt es sich tatsächlich nicht um ein Bauwerk, das vor Hochwasser schützt, sondern um eine Verwallung, also um in den 1920er Jahren aufgeworfenes Wuppermaterial mit Schutt, Kies und Lehm. Doch das ist nicht das Entscheidende: Beim Ortstermin verwies die Bezirksregierung darauf hin, "dass zur Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie (EU-WRRL) Verwallungen und Deiche überall dort, wo es möglich sei, zurückgenommen werden und gewässerbegleitende Wege in größtmöglichem Abstand zum Gewässer angelegt werden sollen".

Für den Rad- und Wanderweg zwischen Eicherhof und Unterberg bedeutet das: Der jetzige Trampelpfad auf der Verwallung hat aktuell noch Bestandsschutz. Wird irgendetwas verändert, muss sie - um ein Überschwemmungsgebiet für die Wupper zu schaffen - komplett abgetragen und durch einen Deich im Hinterland ersetzt werden. Ein Rad- und Wanderweg ist also derzeit nicht realisierbar - ein Fakt, den die IVB-Politiker von SPD und CDU so allerdings nicht anerkennen wollten. Die CDU forderte vehement, Angebote zur Prüfung der Standsicherheit der Verwallung einzuholen. "Selbst wenn sie standsicher ist, muss sie für den Hochwasserschutz weg, sobald wir etwas verändern", erläuterte FDP-Ratsherr Lothar Esser noch einmal. Wenn ein Deich gebaut würde, liefe der auch nicht mehr an der Wupper entlang, sondern über die dahinterliegenden Felder. "Das Ziel, einen Rad- und Wanderweg an der Wupper zu bauen, können wir nicht erreichen", sagte Esser. Der Antrag der CDU wurde mehrheitlich abgelehnt.

Doch auch die SPD will das Ergebnis der Besprechungen nicht auf sich beruhen lassen und "alles ausschöpfen, was möglich ist und Spielraum für weitere Prüfungen behalten", wie SPD-Ratsherr Dominik Laufs betonte.

Deshalb beschloss der Ausschuss jetzt mehrheitlich, die Verwaltungsvorlage nur zur Kenntnis zu nehmen, das Projekt aber nicht - wie dort vorgeschlagen - ad acta zu legen.

Quelle: RP
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