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Leichlingen
Den Flüchtlingen die Würde lassen

Leichlingen. Die Flüchtlingskatastrophe ist noch lange nicht beendet. Selbst nach dem Türkeideal und geschlossenen Grenzen ist das Flüchtlingsleid nicht gelindert. "Nur weil es weniger untergehende Boote gibt, existiert das Chaos doch immer weiter", verdeutlichte Flüchtlingshelfer Manuel Weber aus Gummersbach. Von Gabi Knops-Feiler

Weil das Flüchtlingsnetzwerk Leichlingen und dessen Mit-Initiatorin Vera Steden fürchteten, die Menschen und deren Schicksal könnten in Vergessenheit geraten, hatten sie den 34-jährigen Vertreter ins Bürgerhaus Am Hammer eingeladen, damit er in Wort und Bild aus erster Hand über die aktuelle Situation in griechischen Flüchtlingslagern berichten konnte.

Erst im Juli war er für 14 Tage auf der Insel Lesbos. Und sah dort Schreckliches, wurde Zeuge zahlreicher Dramen, die sich hinter den Kulissen und unbemerkt von der Öffentlichkeit abspielten. Seinen Vortrag versah er mit der Überschrift "Endstation Hoffnung?"

Weber ist einer von drei Flüchtlingshelfern, die durch ihre Aktivitäten in sozialen Netzwerken einer größeren Öffentlichkeit bekannt und in den Medien präsent geworden sind. Nachdem sie sich kennenlernten, bündelten sie ihr Engagement in dem Projekt "Menschenrechte sind nicht verhandelbar". Ihr Plan ist es, die Menschen hierzulande wachzurütteln, auf die Situation von Geflüchteten in griechischen Lagern aufmerksam zu machen und dessen Bewohnern durch direkte humanitäre Hilfe ein Leben in Würde und Respekt zu verschaffen.

"Oft sind es Kleinigkeiten, die schief laufen", sagte Weber. "Vielleicht war eine Brille im Rucksack? Das Gepäck durfte aber nicht aufs Boot, weil Schleuser stattdessen lieber einen Menschen mehr reinpackten. Nun fehlt diese Brille, und der Geflüchtete sieht seit Monaten nicht mehr richtig", schilderte Weber.

Obwohl die Zahl der Neuankömmlinge drastisch gesunken sei, gebe es keine Entlastung in Griechenland. Bis zu 3000 Menschen harrten in dutzenden Lagern aus. Das griechische Militär versorge sie mit alten Zelten und Nahrung. Doch es mangele an vielem, vor allem an Würde. Weber: "Es ist wichtig, den Menschen Würde zu geben."

Quelle: RP
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