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Leichlingen
Der Rhein weckte ihre kreative Ader

Leichlingen: Der Rhein weckte ihre kreative Ader
Monika Nettersheim (57) entspannt sich wenn sie kreativ ist und bastelt am liebsten ansehnliche Werke aus angespültem Treibholz aus dem Rhein. FOTO: Uwe Miserius
Leichlingen. Monika Nettersheim lässt sich für ihre Kunst von der Natur inspirieren und gestaltet ansehnliche Objekte aus Treibholz. Von Cristina Segovia-Buendía

Sie hat ein besonderes Auge für die Schönheit der Natur. In ihr holt sich Monika Nettersheim die Energie zurück, die ihr der Alltag raubt. Beispielsweise bei einem schönen Spaziergang am Rhein. Dort stieß sie auch erstmals auf etwas, dass sich zu einem wohltuenden Ritual, einer internen Therapie entwickeln sollte: Treibholz. Ein Stück angespültes Holz am Ufer des Flusses:"Es hatte eine sehr schöne Form und ich wusste gleich, dass ich daraus etwas tolles machen könnte." Sie nahm es mit nach Hause und im heimischen Keller entstand ihr erstes Werk.

Seitdem sind sieben Jahre vergangen und ihre Begeisterung für das Material ist nicht abgeebbt. Sie fährt regelmäßig an den Rhein, meistens nach Hitdorf, um dort zu entspannen, denn: "Fließendes Wasser finde ich sehr beruhigend." Besonders nach Sturm oder Hochwasser fährt die gelernte Hotelfachfrau gerne raus, "weil dann immer besonders viel Treibholz ans Ufer angeschwemmt wird."

Ihre Wohnung in der Blütenstadt hat die gebürtige Rheinland-Pfälzerin (Cochem an der Mosel) mit zahlreichen ihrer Kreationen bestückt. Viele Lampen sind mit geschwungenen Hölzern, größeren und kleineren, geblümten oder unifarbenen Lampenschirmen entstanden, auch einige Skulpturen und Collagen. Doch im Keller lagert sie ihre größte Kollektion: Nahezu 100 fertiggestellte Objekte, Lampen, Kerzenhalter, Figuren, sogar Adventskränze füllen Regale und Tische im Untergeschoss aus. Mittendrin verbirgt sich in einer Nische, ihre Werkstatt mit einer ordentlichen Werkbank und allerhand an Werkzeugen. "Alle meine Kreationen sind Unikate, denn die Holzstücke gibt es so kein zweites Mal."

Lange überlegen, muss Nettersheim im Übrigen nicht, wenn sie ein neues Holzstück am Rheinufer entdeckt: "Ich weiß eigentlich immer genau, was ich damit machen möchte. Ich hab direkt ein Bild vor Augen." Was sie am meisten fasziniert ist das Material selbst. "Ich liebe Holz, ich bin ein richtiger Holzfan. Es fühlt sich toll an und ich rieche gerne daran", sagt sie mit einem inspirierenden Funkeln in den Augen und voller Entzücken. Und für ihre Kunstwerke verbringt die 57-Jährige viel Zeit mit dem Material, denn die Vorbereitung ist langwierig: "Das Holz wird erst gründlich abgewaschen und danach getrocknet." Der Trocknungsprozess kann schon mal mehrere Monate in Anspruch nehmen. "Danach wird das Holz abgeschliffen und entwurmt." Eine Klarlasur macht das Holz haltbar. Aus den Hölzern kreiert Nettersheim dann ansehnliche Objekte, teilweise mit Licht und schweren Füßen aus Granitstein. Sie genießt den Entstehungsprozess. "Das ist Zeit, in der ich alles um mich herum vergesse und einfach entspanne." Bislang hat sie ihre Werke innerhalb ihres erweiterten Freundeskreises verteilt, beispielsweise als Geburtstagsgeschenk, oder gegen einen kleinen Obolus. Auch auf dem Witzheldener Weihnachtsmarkt, der in diesem Jahr bekanntlich nicht mehr stattfinden wird, stellte Nettersheim jährlich einen Teil ihrer weihnachtlichen Werke aus, und wurde dort regelmäßig von Stammkunden aufgesucht.

Für die anstehende Weihnachtssaison hat die 57-Jährige schon getrocknete Hölzer bereit stehen und die ersten Anfragen erhalten: "Ich freue mich einfach sehr, wenn andere Menschen Freude an meinen Kreationen haben."

Kontakt telefonisch unter 02175 98629 oder per Mail an moninett@web.de

Quelle: RP
 
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