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Leichlingen
Die Kinder fanden Pfarrer Luckey spitze

Leichlingen: Die Kinder fanden Pfarrer Luckey spitze
Das Bild sagt (fast) alles, worum es in der Pfarrgemeinde am Samstagabend ging: Dank an Pfarrer Andreas Luckey. FOTO: Uwe Miserius
Leichlingen. Ein Nachfolger für den leitenden Pfarrer ist nicht in Sicht. Ein Kaplan aus Polen soll derweil in Leichlingen helfen. Von Ina Bodenröder

Um die Antwort vorwegzunehmen: Nein, Andreas Luckey weiß noch nicht, wo ihn sein beruflicher Weg hinführen wird. Am Samstag verabschiedete sich der katholische Pfarrer nach acht Jahren in der Vorabendmesse von seiner Gemeinde Sankt Johannes Baptist und Sankt Heinrich. Die Kirche war bis zum letzten Platz gefüllt.

Von den Differenzen in der Gemeinde, die offenbar zu der Trennung geführt hatten, war da keine Rede. "Ich werde Sie sehr vermissen", sagte Heinrich Hendricks, stellvertretender Vorsitzender des Kirchenvorstands auch in dessen Namen am Ende der Messe. Als zupackenden Menschen mit fester Meinung beschrieb er Luckey, der nötigenfalls immer blitzschnell zur Stelle gewesen sei.

"Im Zuge der anstehenden Kanalsanierung auf dem Kirchengelände ist er sogar selbst in den Revisionsschacht gestiegen, um die Lage zu klären", erzählte Hendricks. "Mir ist noch nicht klar, wie wir die Personallücke füllen werden." In den acht Jahren in der Leichlinger Gemeinde lag Pfarrer Luckey besonders die Kinder- und Jugendarbeit am Herzen. Die Gründung der Pfadfindergruppe Wippera fällt in seine Amtszeit, mit den Mitarbeitern des Kinder- und Jugenddorfes St. Heribert und des katholischen Familienzentrums arbeitete er eng zusammen. "Sie haben uns immer den Rücken gestärkt, die Kinder fanden Sie spitze", sagte Kita-Leiterin Nadine Hübner am Samstagabend.

Als einen "schlechten Zustand" beschrieb derweil Kirchenvorstandsmitglied Birgit Mager die Situation, in der die Gemeinde ab sofort sein wird, wenn der leitende Pfarrer fehlt. "In nächster Zeit werden hier keine großen Entscheidungen möglich sein, das ist nicht gut", sagte sie.

Ab 1. Oktober wird Michael Knab seine Arbeit als Pfarrverweser in Leichlingen und Witzhelden aufnehmen. Er ist zunächst für ein Jahr eingesetzt, hauptsächlich aber bleibt er leitender Pfarrer in Wermelskirchen-Dabringhausen.

Zur Verstärkung in Leichlingen soll in Kürze ein Kaplan aus Polen eintreffen, mit einer schnellen Besetzung der Pfarrerstelle ist aber laut Knab aufgrund des Priestermangels nicht zu rechnen.

Zum Weggang Luckeys hatte offenbar vor allem das Zerwürfnis mit dem Pfarrgemeinderat geführt. "Der Pfarrgemeinderat ist wohl der Auffassung, dass ich nicht mehr der richtige Pfarrer bin", hatte sich Luckey vor einiger Zeit geäußert. Das Kölner Erzbistum hatte seinen Verzicht auf die Leichlinger Pfarrstelle schließlich angenommen. Auf Gottvertrauen setzte derweil Dechant Harald Fischer: "Er weiß schon, wo es hingeht", sagte Fischer am Samstag zum scheidenden Pfarrer.

Quelle: RP
 
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