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Leichlingen
Dortmunder Kunst-Rebellin eröffnet Atelier in der Blütenstadt

Leichlingen: Dortmunder Kunst-Rebellin eröffnet Atelier in der Blütenstadt
Birgit Honné eröffnete diesen Monat ihr Atelier in Leichlingen. Die Autodidaktin aus Dortmund provoziert und rebelliert gerne mit ihrer Kunst. FOTO: Uwe Miserius
Leichlingen. Fast jedes Restaurant hat seine eigene "Spezialität". Und auch fast jeder Künstler hat etwas in der Art anzubieten. Die Besonderheit der Neu-Leichlinger Künstlerin Birgit Honné sind so genannte "Crazy horns" - verrückte Hörner. Wie diese aussehen und wie sie ihr neues Atelier in der Neukirchener Straße eingerichtet hat, das demonstrierte sie kürzlich bei der offiziellen Eröffnung. Von Gabi Knops-Feiler

Hinter den verrückten Hörnern verbergen sich umgestaltete Rehbock-Geweihe, die in erster Linie aus Nachlässen stammen. Da gibt es zum Beispiel das Modell "Hawai" mit gelber Farbe und künstlichen Früchten, "Steampunk" mit altem Uhrwerk oder "Hänsel und Gretel" mit Pilzen und Island Moos dekoriert. "Wenn es wehtut, dann sind sie gut", kommentierte die Künstlerin, die gerne provoziert und rebelliert. Vor allem junge Leute kaufen die Hörner. "Ich nehme den Überfluss und verarbeite ihn zu Kunst", erklärte Honné und ergänzte: "Ich kann mit fast allem etwas anfangen."

Das trifft auch für andere Werke der kreativen Autodidaktin zu, die es liebt, sich frei zu entfalten und die überwiegend abends nach getaner Arbeit oder am Wochenende gestaltet und malt. Gerne in Acryl, in allen Farben und Epochen. Spezialität sind Darstellungen der Mode um 1900. Auch anderes hat historischen Touch. Etwa die Materialbilder, die sie als "Take away" bezeichnet. Da ist etwa eine rostige Gartenschere neben einem Stück Kunstrasen drapiert. Oder die Kassette einer alten Stenorette mit dem Stück eines Aktenordners und den Tasten einer Tastatur kombiniert. Ein anderes Kunstwerk nennt sie "Tante Emma-Laden", für das Süßigkeiten mit kleinen Schachteln aus dem Kaufmannsladen ergänzt wurden. Die "Rosa Kindheit" vereint Figuren aus Überraschungseiern mit alten Büchern. In einem Fall nimmt Honné die deutsche Spießigkeit mit einer Miniatur-Schwarzwaldpuppe auf die Schippe und nennt das Ergebnis "Schwarzwaldes Lust". Oder: Aus einer Kfz-Zulassungsstelle hat sie eine Tüte voller geschredderter Kennzeichen mitgenommen, dazu einen Mini-Reifen und Pkw-Modell unter Klammern gesteckt und mit dem Titel "Abgemeldet" versehen. Ebenso begehrt wie oft verkauft sind ihre Arbeiten zum Thema "Die Welt der Literatur", hübsch ausgestaltet mit historischen Büchern in Sütterlin-Schrift. Es gibt sehr viele Dinge und Gebrauchsgegenstände dieser Art, die andere Menschen wegwerfen, die Honné zu Kunst verarbeitet und ihnen so neues Leben einhaucht. "Ich nehme alles mit Humor und meine es nicht so ernst", betonte die gebürtige Dortmunderin zum Schluss des Rundgangs.

Quelle: RP
 
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