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Leichlingen
Drogenfunde bei Kontrolle an der Trompete

Leichlingen. Bei einer großangelegten Verkehrskontrolle hat die Polizei an der Trompete gestern innerhalb von vier Stunden 78 Autofahrer auf Drogen, Medikamente und Alkohol am Steuer überprüft und bei elf Personen daraufhin Blutproben auf Amphetamine, Kannabis und Opiate durchführen lassen. Bei zwei Fahrern fand sie Drogen im Wagen.

Wegen Gefahr in Verzug musste sie bei einem Verkehrsteilnehmer den Bluttest sogar anordnen: Er verweigerte die Untersuchung, obwohl er den Polizisten wegen Nervosität und Zitterns aufgefallen war. Die Kontrolle auf dem Parkplatz und in den Räumen des Rheinischen Schützenbundes war Teil einer fünftägigen Schulung 16 nordrhein-westfälischer Polizisten an der Landesfortbildungsstelle in Neuss.

Als Kooperationspartner vor Ort unterstützten 14 Beamte des Rheinisch-Bergischen Kreises (RBK) die Aktion. "Heutzutage sind Drogenvergehen im Straßenverkehr viel häufiger als Alkoholmissbrauch. Wir hatten im Kreis im vergangenen Jahr 492 Blutproben auf Drogen und Medikamente am Steuer, 90 Prozent davon waren positiv. 218 Mal haben wir auf Alkohol getestet", berichtete Robert Lennerts, Polizeihauptkommissar bei der RBK-Polizeidirektion Verkehr.

Da er bis zum letzten Jahr die Polizeiseminare zu diesem Thema selbst durchgeführt hat, beriet und unterstützte er gestern die Kollegen. "Es ist wichtig, dass die Polizisten mehr und besser geschult werden, um speziell bei Unfällen die Situation richtig einschätzen zu können", erklärte Lennerts.

An allen vier Zufahrten zur Kreuzung Trompete standen erfahrene Polizisten, die verdächtige Autofahrer an die Kontrolleure durchgaben. Der 23-jährige Maximilian Wirths war einer von ihnen. Um es vorwegzunehmen: Der Student aus Waldbröl hat sich nichts zuschulden kommen lassen. Aber er entsprach offenbar dem Prototyp der Personen, bei denen das Fahren unter Drogeneinfluss laut Statistik am häufigsten vorkommt. "Das sind vor allem jüngere Leute von 18 bis 30 Jahren, oft auch Handwerker oder Kurierfahrer unter Zeitdruck", sagte Lennerts. Zudem lege der typische Kannabis-Dauerkonsument keinen gesteigerten Wert auf Äußerlichkeiten oder tolle Autos: Wirths fuhr einen älteren, mehrfach überlackierten Golf. "Die Leute müssen sich bewusst werden, welche Konsequenzen Drogen hinterm Steuer haben", betonte der Hauptkommissar.

Wer Rauschmittel oder Medikamente konsumiere, dem werde bei einer Ordnungswidrigkeit der Führerschein wegen Ungeeignetheit mindestens sechs Monate entzogen. Außerdem kämen neben einer medizinisch-psychologischen Untersuchung ein Bußgeld und Kosten von insgesamt rund 1000 Euro auf ihn zu. Wird nach Unfällen unter Drogeneinfluss sogar ein Strafverfahren eingeleitet, droht neben der Geld- auch eine Haftstrafe.

(inbo)
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