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Leichlingen
Ein Frühstück, das Umsätze steigen lässt

Leichlingen. Morgens um Viertel vor sieben in Leichlingen: Die Stadt erwacht, erste Berufstätige sind auf dem Weg zur Arbeit. In der Cremers Lounge neben der Turnhalle Am Hammer aber ist es um diese frühe Stunde schon voll. Von Ina Bodenröder

Seit geraumer Zeit treffen sich hier jeden Donnerstag rund 25 Unternehmer aus Leichlingen, Langenfeld, Solingen bis Burscheid zum Frühstück: Fliesenleger, Rechtsanwalt, Architekt, Immobilienmakler, Werber, Zimmerermeister, Versicherungsagent sind unter anderem dabei, von jeder Profession immer nur einer. Sie gehören dem neuen "Chapter Blütenstadt" des "Business Network International" (BNI) an, in dem es ohne Drumherumgerede nur um eines geht: ums Geschäft.

Die Netzwerksmitglieder schrauben durch gegenseitige Empfehlungen den eigenen Umsatz in die Höhe, nichts Ehrenrühriges, nichts Unlauteres, dafür äußerst professionell und durchorganisiert. Schließlich ist das BNI ein Franchise-Unternehmen. Franchise-Nehmer für Nordrhein-Westfalen Mitte ist Exekutivdirektor Markus Bosdorf. "Die Unternehmer lernen sich hier kennen und schaffen eine Vertrauensbasis, auf der sie die Empfehlungen an andere aussprechen", erklärt Bosdorf die Grundidee. "Kennen, mögen, vertrauen" bezeichnet er als die Säulen des Modells, der Einblick in die eigenen Kontakte ist schließlich Vertrauenssache. 7300 BNI-Gruppen gibt es mittlerweile weltweit, die Idee zum professionellen Empfehlungsmanagement hatte der Amerikaner Ivan Misner schon vor mehr als 30 Jahren. Um an den regelmäßigen Treffen teilnehmen zu dürfen, zahlen die Chapter-Mitglieder 870 Euro im Jahr. Der Umsatz, den sie dadurch mehr machen, wird auf Heller und Pfennig nachgehalten. Aufträge im Wert von 63.000 Euro seien allein bei den Treffen im Januar vermittelt worden, jede Empfehlung sei damit rund 900 Euro wert, errechnete die Leichlinger Chapterdirektorin Claudia Lünnemann. Pro Jahr soll der zusätzliche Umsatz pro Mitglied deutschlandweit gar bei 75.000 Euro liegen.

Wichtigstes Werkzeug der Netzwerker ist denn auch die Visitenkarte, die großzügig in der Runde verteilt wird. Ein Plauderclub ist es trotz Frühstücksbrötchen und Kaffee nicht, die Veranstaltung ist straff durchorganisiert. Jeder Unternehmer darf sich wöchentlich eine Minute lang präsentieren, einer pro Treffen sogar zehn Minuten die Firma vorstellen. Der Sanitärfachmann und der Schreiner sind an diesem Morgen offenbar die großen Gewinner: Sie sammeln die meisten Zettel mit den Kontaktdaten potenzieller Kunden ein - empfohlen von ihren neuen Netzwerkpartnern. Jetzt liegt es an ihnen, daraus etwas zu machen.

Quelle: RP
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