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Leichlingen-Witzhelden
Ein neues Zuhause für 30 Asylbewerber

Leichlingen-Witzhelden: Ein neues Zuhause für 30 Asylbewerber
Hausmeister Matthias Heimlich kümmert sich zusammen mit dem Sozialamt und Sprachmittlern um die Flüchtlinge. FOTO: Miserius Uwe
Leichlingen. Nach monatelangen Umbau- und Sanierungsarbeiten kann die ehemalige Gaststätte Haus Orth nun von Flüchtlingen bezogen werden. Die erste Familie ist bereits angekommen, nächste Woche sollen weitere folgen. Von Ina Bodenröder

Haus Orth ist bezugsfertig: Seit letzter Woche lebt eine Flüchtlingsfamilie aus Tadschikistan in der ehemaligen Ferienwohnung der Gaststätte im Ortsteil Wolfstall/Orth. Ab kommender Woche werden insgesamt 30 Asylbewerber Zimmer für Zimmer beziehen.

Die fünfköpfige Familie aber, die schon da ist, fühle sich "wie im Schloss" und sei "selig", erzählt Romona Arendes, Ansprechpartnerin für die Asylbewerber und Flüchtlinge im Leichlinger Sozialamt. Sie wohnte in Leichlingen zuvor in einem Zimmer, nun stehen ihr drei zur Verfügung.

Auch die Frage, ob Haus Orth zu weit außerhalb ist, ist mehr oder weniger vom Tisch: "Das ist für diese Familie überhaupt kein Problem", sagt Arendes mit Blick auf die Anbindung an die Witzheldener Grundschule, Kitas und Einkaufsmöglichkeiten im Höhendorf.

In der früheren Kneipe und Pension ist nun die erste fünfköpfige Familie aus Tadschikistan eingezogen. 25 weitere Asylbewerber werden folgen. FOTO: Miserius

Wer in das renovierte Haus einziehen soll, haben sich die Mitarbeiter des Sozialamtes zuvor gut überlegt. "Die Familien sind alle schon länger hier, wir kennen sie", erzählt die Sozialamtsmitarbeiterin. Genau geschaut habe man, welche Bewohner miteinander harmonieren könnten. Denn alle wohnen zwar in separaten Räumen, aber es gibt eine große Gemeinschaftsküche und den ehemaligen Schankraum der Gaststätte als Aufenthaltsraum. So können die Familien Kontakte knüpfen und gemeinsam Zeit verbringen.

"Die Familien stammen aus Tadschikistan, Armenien und Afghanistan, also im Prinzip aus einem Kulturkreis. Damit dürfte es zum Beispiel keine Probleme beim Kochen oder wegen der unterschiedlichen Gerüche geben", sagt Arendes. Betreut werden die Asylbewerber vom Sozialamt der Stadt Leichlingen und von Hausmeister Matthias Heimlich. Außerdem stehen ihnen Sprachmittlern zur Verfügung.

Vor ihrer Ankunft mussten in Haus Orth unter anderem der Brandschutz erneuert und eine Fluchttreppe gebaut werden, die Wohnräume sind frisch gestrichen.

Damit war der Umbauaufwand erheblich geringer als bei den ursprünglichen Planungen. Die sahen vor, in Orth unbegleitete minderjährige Flüchtlinge unterzubringen: "Wir müssen sie wie Waisen behandeln und können sie nicht wie Erwachsene unterbringen. Außerdem erhalten sie eine besondere pädagogische Betreuung", hatte Bürgermeister Frank Steffes noch vor fast zwei Jahren auf einer Informationsveranstaltung für die Anwohner erklärt. Die Jugendhilfe sei in den Nachbarstädten so gut aufgestellt, dass Leichlingen nicht unbedingt eine eigene Unterkunft für Jugendliche brauche, bestärkte auch Ingolf Bergerhoff vom Fachbereich Soziales die Entscheidung.

Das ist nun vom Tisch, und möglicherweise auch die Vorbehalte, die Nachbarn gegen die Ansiedlung der vielen jungen Männer hatten. "Ich habe den Eindruck, dass sich das alles beruhigt hat, es ist kein großes Thema mehr", sagt die Wolfstallerin Iris Freundorfer. Sie vermutet, dass das auch damit zu tun hat, dass nun Familien statt einzelner Männer einziehen. Beim Informationsabend 2016 hatten Eltern ihre Sorge darüber geäußert, ob sie ihre Töchter noch allein vor die Tür lassen könnten.

Anwohner Günther Bischoff wünscht sich derweil, dass die Stadt ein Kennenlernen mit den neuen Nachbarn organisiert, wie sie es im Jahr 2016 angekündigt hatte. "Wir würden uns als Stadt nicht versperren, wenn die Nachbarschaft das auf die Beine stellte", sagt Romana Arendes vom Sozialamt der Stadt. Generell aber müsse das Miteinander wachsen. "Aus meiner Erfahrung weiß ich aber, dass es mit Flüchtlingsfamilien in Leichlingen noch nie Probleme gegeben hat."

Quelle: RP
 
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