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Leichlingen
Ein Waldstück mit Forellenteichen wird zum Sehnsuchtsort

Leichlingen: Ein Waldstück mit Forellenteichen wird zum Sehnsuchtsort
Karola Abraham hat eigens einen Kurs absolviert, um Fische ordnungsgemäß ausnehmen zu können. Rund 400 Kilogramm Forellen, Saiblinge und Karpfen tummeln sich in den Teichen, die sie mit ihrem Mann Michael bewirtschaftet. FOTO: MISERIUS
Leichlingen. Nachdem Karola und Michael Abraham unzählige Auflagen und Bestimmungen von insgesamt acht verschiedenen Behörden erfüllt haben, steigen sie in Leichlingen in das Fischgeschäft ein. Von Dorian Audersch

Für Michael Abraham ist der Wald ein besonderer Ort. Schon als Kind habe er viel Zeit im Grünen verbracht, erzählt der zweifache Vater. "Es war schon immer ein Traum von mir, irgendwann ein eigenes Waldstück zu haben." Um seinem Wunsch ein Stück näher zu kommen, sagt der bekennende Naturmensch, habe er gar sein Motorrad verkaufen wollen - und eine Eigentumswohnung. "Spätestens da war meiner Frau bewusst, dass ich das absolut ernst meine."

Als er über Umwege von einem vakanten Waldstück in Leichlingen hört, ist sein Interesse geweckt. Einen Haken hatte die Sache allerdings: Auf dem Gelände im Ortsteil Bremersheide sind auch sieben Teiche angelegt, in denen sich unter anderem Forellen und Karpfen tummeln. Das sei zwar bisher nicht unbedingt in seinem Interesse gewesen, "aber als ich hier war und die Umgebung gesehen habe, hat es nur fünf Minuten gedauert, bis die Entscheidung gefallen ist". Der Wald, sagt Abraham, der hauptberuflich als Chemikant arbeitet, sei seit vielen Jahren ein Sehnsuchtsort für ihn gewesen.

Seit der ersten Besichtigung ist auf dem Gelände viel passiert. Die Teiche wurden einst von Lieselotte und Wilhelm Wiekhorst angelegt. Viele Jahre verkaufte das Ehepaar frische und geräucherte Fische vor Ort - bis irgendwann altersbedingt Schluss war. Michael und Karola Abraham wollen diese Tradition nun fortführen. Dafür haben sie viel Geld investiert. Eine Summe im mittleren fünfstelligen Bereich war nötig, um die marode Hütte durch ein modernes und robustes Holzhaus zu ersetzen - inklusive Toiletten, einer Anlage zur Wasseraufbereitung, Heizung und einem Raum, in dem die Fische geschlachtet werden können. Hinzu kommt eine Küche.

Um das Geschäft fortführen zu können, sind viele Behördengänge und Nachweise nötig gewesen. Der Kreisveterinär war um das Wohl der Fische besorgt, die Wasserschutzbehörden um die Qualität des Wassers und die Landschaftsschutzbehörden wegen eines Zaunes, der das Gelände umschließt - unter anderem. Inzwischen sind alle Auflagen erfüllt und die Abrahams hoffen, vielleicht schon ab Ostern, spätestens aber im Sommer, in den Fischverkauf einsteigen zu können - zunächst immer freitags von 15 bis 19 Uhr. "Das hat Tradition in Leichlingen", sagt Karola Abrahams, während ein paar Fische im Räucherofen garen. "Für uns ist das aber auch ein Ausgleich zum Beruf", fügt die Krankenschwester hinzu.

Quelle: RP
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