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Leichlingen
Einbrecher markieren Häuser in Leichlingen

Das bedeuten die Gaunerzinken
Das bedeuten die Gaunerzinken FOTO: RPO
Leichlingen. Am Altenbacher Weg hat die Polizei Ende Juni auf Hinweise aus der Bevölkerung Zeichen an Häusern entdeckt, mit denen Einbrecher mögliche lohnende Objekte kennzeichnen. Anrufe dazu gab es auch aus der Ortschaft Unterberg. Von Peter Korn

Mit Symbolen, die oft an Hausfassaden oder Gartenmäuerchen gezeichnet werden, geben Einbrecher einander Tipps, in welche Häuser es lohnt, einzusteigen, und wo es zu gefährlich ist.

Auch in Leichlingen haben die so genannten Gaunerzinken inzwischen Einzug gehalten, wie die Polizei gestern auf Anfrage bestätigte. So fielen Ende Juni am Altenbacher Weg gleich mehrere Symbole auf, die an verschiedene Häuser gemalt waren.

Die Gauner verfügen dabei über mehrere Dutzend Kennzeichnungsmöglichkeiten - von einem Kreis mit zwei Pfeilen für "abhauen" über ein Rechteck (hier gibt es nichts) bis hin zu zwei Rauten (lohnendes Objekt) reicht die Palette.

Ein Polizeisprecher erklärte gestern auf Anfrage dazu, man nehme die Entwicklung sehr ernst. Das Prinzip: Einbrecher und Diebe spionieren einzelne Straßen aus und malen dann die jeweiligen Hinweise mit Kreide an Hausfassaden oder Mauern. Bei den Gaunerzinken handelt es sich um eine Art Geheimsprache, die der Durchschnittsbürger nicht verstehen soll, daher ist auch die Kreide in der Dunkelheit mit bloßem Auge nicht zu sehen. Erst wenn sie beleuchtet wird (wie etwa mit einer Taschenlampe), tritt das Symbol hervor.

"Wenn Sie jemanden beobachten, der sich auffällig verhält und vielleicht tatsächlich auch noch Zeichen an Zäunen oder Bänken anbringt rufen Sie sofort den Polizeinotruf 110 an", betonte der Sprecher der Kreis-Polizei gestern.

Genau das taten vor kurzem Anwohner der Ortschaft Unterberg, mehr noch: Sie merkten sich sogar das Kennzeichen eines Geländewagens, mit dem sich zwei verdächtige Frauen sich über längere Zeit in der Gegend aufhielten, und gaben es den Beamten durch.

Am Ende gab es die beruhigende Feststellung der Polizei: "Die beiden in Unterberg beobachteten Damen gehörten den Zeugen Jehovas an und waren auf der Suche nach einer bestimmten Familie."

Die Tatsache, dass dieser Einzelfall sich als nicht zutreffend erwiesen habe, soll nach Aussage der Polizei aber niemanden abhalten, es künftig wieder unter der 110 zu versuchen, wenn etwas ungewöhnliches beobachtet wird.

Denn Gauner auf Einbrechertour gibt es leider auch in Leichlingen mehr als genug.

Quelle: RP
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