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Leichlingen/Rhein-Berg
Einbruchszahlen nehmen immens ab

So schützen Sie Ihr Haus vor Einbrechern
So schützen Sie Ihr Haus vor Einbrechern FOTO: dpa, Robert Schlesinger
Leichlingen/Rhein-Berg. Im ersten Halbjahr 2016 gingen im Rheinisch-Bergischen Kreis die Einbrüche um 44 Prozent zurück. Einzig Leichlingen blieb vom Rückgang ausgenommen. Nachdem es im Juli keine Tat gab, könnte der Trend auch hier angekommen sein. Von Sebastian Radermacher und Roman Zilles

Es sind tolle Zahlen, die die Kreispolizei verkünden kann: In Wermelskirchen hat es zum Beispiel im ersten Halbjahr 2016 deutlich weniger Wohnungseinbrüche gegeben als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Wie Polizeisprecher Richard Barz mitteilt, registrierte die Polizei von 1. Januar bis 30. Juni in Wermelskirchen insgesamt 23 Einbrüche. 2015 waren es noch 42. Das bedeutet einen Rückgang von 45 Prozent.

Die Stadt liegt damit an der Spitze eines Trends im Rheinisch-Bergischen Kreis: Hier sank die Zahl der Einbrüche von 664 (erstes Halbjahr 2015) auf aktuell 372, was einen Rückgang von knapp 44 Prozent bedeutet. Nur in einer Stadt blieb die Zahl bis zur Jahresmitte gleich: Leichlingen verweigerte sich dem Abwärtstrend, hier lag die Zahl der Einbrüche mit 49 exakt auf Vorjahresniveau.

Warum sanken die Zahlen in Leichlingen nicht?

Da muss Barz passen: "Wissenschaftlich ist das nicht zu verifizieren. Es lässt sich nicht an harten Fakten festmachen, warum die Zahl hier nicht gesunken ist wie in anderen Kommunen des Kreises." Womöglich habe es mit der Nähe Leichlingens zum Nordkreis zu tun. Denn dort seien die Einbruchszahlen weit entfernt von der erfreulichen Entwicklung im Südkreis. Klar sei, "dass wir in Leichlingen nicht mehr oder weniger gemacht haben als in Wermelskirchen oder den anderen Kommunen".

Das bedeuten die Gaunerzinken FOTO: RPO

In Wermelskirchen sei die Entwicklung natürlich erfreulich. Die Polizei begründet den deutlichen Rückgang vor allem mit den im vergangenen Jahr verstärkten vorbeugenden Maßnahmen, um die Region sicherer zu machen und Einbrecher-Banden abzuschrecken. Zum einen habe die Direktion Opferschutz/Prävention der Kreispolizei ihre Beratungen zu technischen Nachrüstungen in Häusern und Wohnungen "massiv ausgeweitet", erläutert Barz. Die Eigentümer konnten stärker sensibilisiert werden, ihre vier Wände besser zu schützen.

Präventionsarbeit und Schwerpunktkontrollen

Laut Barz zahlt sich auch die Verhaltensprävention aus. Immer wieder mache die Polizei auf Dinge aufmerksam, die eigentlich selbstverständlich sein sollten. "Zum Beispiel Fenster nicht auf Kipp stehen zu lassen oder Haustüren immer abzuschließen und nicht nur zuzuziehen", sagt der Polizeisprecher. Man müsse dies immer wieder an die Menschen herantragen.

Darüber hinaus haben laut Barz auch die verstärkten Schwerpunktkontrollen anscheinend die Einbrecher abgeschreckt. So zeigte die Polizei seit dem vergangenen Jahr mehrfach mit verschiedenen Direktionen (Verkehr, Gefahrenabwehr, Kriminalität) gemeinsam Präsenz in den Städten. Der Einbruchsradar - seit April zeigt die Polizei einmal pro Woche auf einer Karte im Internet, wo zuletzt eingebrochen wurde - spiele wahrscheinlich eine kleine Rolle. "Wir wissen nicht, wie häufig die Karte angeklickt wird. Der Radar ist ein kleiner Baustein der Präventivmaßnahmen. Das Gesamtpaket zeigt Wirkung", sagt Barz.

Entwicklung über langen Zeitraum

Und womöglich zeigt es die inzwischen auch in Leichlingen. Denn im Juli sei nach Auswertung der Polizei in Leichlingen kein einziger Einbruch hinzugekommen. Nach wie vor seien hier 49 Taten zu verzeichnen gewesen. Damit liegt der Rückgang in der Blütenstadt nun bei minus 17 Prozent.

Barz und seine Kollegen gehen davon aus, dass der Rückgang der Fallzahlen nicht nur ein kurzer positiver Trend ist. Schließlich sei 2015 kein Jahr mit außergewöhnlich vielen Einbrüchen gewesen. "Die Entwicklung war über einen langen Zeitraum gesehen negativ. Jetzt haben wir eine Trendwende geschafft. Wir gehen davon aus, dass wir auch Ende des Jahres deutlich unter den Zahlen des Vorjahres liegen werden", sagt Barz. Und: "Wenn wir die aktuellen Zahlen halten könnten, wäre das natürlich hocherfreulich."

Quelle: RP
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