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Leichlingen
Einbürgerungsfeier mit 19 Neu-Leichlingern

Leichlingen. Srivignesh ist mit seinen fünf Jahren der Jüngste in der Gruppe von 19 Leichlingern, die im vergangenen Jahr die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten haben. Von Monika Klein

Auch wenn er noch nicht ermessen kann, was das bedeutet, so hatte er doch verstanden, dass der Freitag ein ganz besonderer Tag war. Alle, die wie er und Vater Muthuk Karthikeyan neuerdings einen deutschen Pass haben, waren zu einem Fest auf Schloss Eicherhof eingeladen.

Sie kommen aus Griechenland, Mongolei, Indien, Rumänien, Mexiko, Iran, Kenia, Pakistan, Bosnien Herzegowina, Türkei, Italien und Thailand. Jetzt erhielten sie von Bürgermeister Frank Steffes eine Begrüßungsurkunde und das deutsche Grundgesetz. Musikalisch umrahmte der Chor Color die Feierstunde. Steffes war es ein Herzensanlegen, die Neubürger in einer Feierstunde willkommen zu heißen und hat diese "Tradition" gleich nach seiner Wahl begründet.

2015 fand die erste Einbürgerungsfeier statt, weitere sollen folgen. Bei der zweiten Veranstaltung hatte ihm ein Satz gut gefallen: "Heimat ist der Wohlfühlort!" "Das ist das Schönste, was ich hier gehört habe." Doch es war nicht die einzige berührende Äußerung von vier Neubürgern, die sich trauten, von ihren persönlichen Erlebnissen und Beweggründen, die sie zur Änderung der Staatsbürgerschaft bewogen hatten, zu erzählen. "Ich war mit meinem persischen Pass zufrieden", räumte Yadolla Esmaeli Fathabadi ein, der seit 1985 in Deutschland lebt, hier verheiratet ist und drei Kinder hat. Aber bei Reisen hatte er mitunter Probleme mit seinem alten Pass, der neue sei eine Erleichterung im alltäglichen Leben. "Deutscher war ich schon länger", bekannte er und zitierte einen Ausspruch seines Vaters: "Wo du dein Brot verdienst und deine Familie gegründet hast, da ist deine Heimat."

Der gebürtige Inder Muthuk Karthikeyan kam 2004 zum Studium nach Deutschland und blieb. Ihn erfülle es mit Stolz zu sagen: "Ich bin Leichlinger." Für sie sei der Tag ein Meilenstein in ihrem Leben, sagte Eleonora Pitzalis-De Andreis. Als Italienerin hätte sie nicht unbedingt die deutsche Staatsbürgerschaft beantragen müssen, "Ich habe auf mein Herz gehört." Sie empfinde es als Privileg und sei stolz, nun Bürgerin eines Landes zu sein, das in der ganzen Welt respektiert werde.

Bürgermeister Steffes erinnerte, dass die deutsche Staatsbürgerschaft mit Rechten und Pflichten verbunden sei. "Zu den Verpflichtungen gehört, die Verfassung und die Gesetze anzuerkennen - mitsamt allen Festschreibungen, auch denen, die Ihre Herkunftstraditionen nicht kennen."

Und er ermunterte die Neubürger, unbedingt von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen, zur Wahl zu gehen oder zu kandidieren. "Die Demokratie braucht eine aktive Bürgerschaft."

Quelle: RP
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