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Leichlingen
Energiesparen nach Plan

Leichlingen. Der CDU-Politiker Andreas Heusner sieht großen Optimierungsbedarf beim städtischen Umgang mit Energie. Deshalb soll Leichlingen an einem Programm der Energieagentur NRW teilnehmen, fordert er. Von Stefan Schneider

Dass Leichlingen dringend sparen muss, haben Kämmerer Horst Wende und Bürgermeister Ernst Müller zuletzt bei der Einbringung des städtischen Etatentwurfs für das laufende Jahr noch einmal dick unterstrichen. Für den CDU-Politiker Andreas Heusner ist klar, wo der Hebel als erstes angesetzt werden sollte. "Beim Energiesparen könnte die Stadt Boden gutmachen", glaubt der Vorsitzende des Ausschusses für Bauen, Umwelt und Stadtentwicklung.

Ganzheitliche Betrachtung

Heusner ist fasziniert vom European Energy Award (EEA). Dabei handelt es sich um ein Programm der Energieagentur NRW, an dem Leichlingen nach dem Wunsch des Christdemokraten teilnehmen sollte. Der Charme des Projekts besteht aus seiner Sicht darin, dass dahinter ein umfassendes Konzept steht, eine ganzheitliche Betrachtung. Die beginnt mit einer Ist-Analyse, setzt sich fort mit einer Festlegung von speziellen Zielen der Kommune und geht weiter mit einer regelmäßigen Überprüfung der Umsetzung dieser Ziele – Qualitätsmanagement pur. "Momentan wird in Leichlingen über jede einzelne Solarzelle diskutiert", urteilt Heusner. Man müsse aber in größeren Maßstäben denken.

Der Politiker nennt Beispiele. Gibt es in der Blütenstadt geothermisch ergiebige Wohngegenden? Macht am Bahnhof für die Zukunft eine Ladestation für Elektromobile Sinn? Lohnt es sich in Leichlingen, aus Abfall Energie zu gewinnen? Was würde eine moderne Steuerung der Straßenbeleuchtung, etwa in Form des Herunterdimmens, bringen? Der Rahmen für die Beantwortung solcher Fragen werde beim European Energy Award vorgegeben – in Form eines Standardkatalogs. Auch die Erfahrungen aus anderen Städten flössen dort ein. Heusners Fazit: Informationen, die sonst teuer über ein Ingenieurbüro eingekauft werden müssten, gebe es beim EEA vergleichsweise günstig. Die Teilnahme an dem Projekt sei zwar an Bedingungen gebunden (u.a. Bildung eines mehrköpfigen Energie-Teams und Verpflichtung eines Energie-Beraters). Die Kosten für die Stadt – Heusner kommt abzüglich Fördermitteln auf etwa 13 000 Euro im Jahr – könnten sich nach seiner Überzeugung aber sehr schnell amortisieren.

Die Stadtverwaltung sieht das offenbar anders. In einem Beratungspapier für den Bauausschuss empfiehlt Bürgermeister Müller, die Teilnahme am EEA abzulehnen.

Quelle: RP
 
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