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Leichlingen
Ex-Azubi übernimmt den Salon Dommers

Leichlingen. Friseurmeister Michael Dommers (65) übergibt den Salon in der Kirchstraße nach mehr als 30 Jahren an Linda Spitzer. Von Ina Bodenröder

Am 1. Juli geht in Leichlingen eine Ära zu Ende: An dem Freitag in gut zweieinhalb Monaten übergibt Friseurmeister Michael Dommers (65) seinen Salon in der Kirchstraße nach mehr als 30 Jahren an seine Nachfolgerin Linda Spitzer (29).

Leicht fällt dem Fachmann für Haare und Schönheit das offenbar nach so langer Zeit nicht: Zu viele Jahre hat er mit Schere und Kamm die Haare der Kunden auf Vordermann gebracht und für ihr Wohlergehen gesorgt, als dass er nun einfach die Hände in den Schoß legen könnte.

"Ich wollte all die Jahre nicht nur ein guter Friseur sein. Es lag mir immer am Herzen, dass sich die Kunden wohlfühlen", sagt er ein wenig wehmütig beim Blick zurück. "Haare ab und fertig", das sei ihm definitiv zu wenig.

Am 1. April war Dommers exakt 51 Jahre im Beruf, davon mehr als drei Jahrzehnte in Leichlingen, zuvor auf der Quettinger Feldstraße. Seine persönliche Leidenschaft lag immer auf dem Haareschneiden, dem Färben und der Kreativität. Dass es dabei jemals zu Katastrophen gekommen wäre, daran kann er sich nicht erinnern. "Ich bin allerdings auch nie Risiken eingegangen, das hat mich vor größeren Problemen bewahrt", sagt der Fachmann. Wer schon mit kaputten Haaren zu ihm gekommen sei, habe nicht noch eine Dauerwelle obendrauf bekommen.

Sein Wissen hat er derweil nicht für sich behalten, sondern in Unternehmerseminaren an den Friseurnachwuchs weitergegeben.

Ab Juli nun übernimmt Linda Spitzer den Salon, der sich bewusst im höherpreisigen Segment positioniert. "Ich bin ganz schön aufgeregt, schließlich will ich ja alles richtig machen", gesteht die Friseurmeisterin. Dennoch freue sie sich auf die Unabhängigkeit und die Eigenregie.

Dass es einmal so kommen werde, ist Dommers und Spitzer immer bewusst gewesen: "Sie hat sich damals bei mir als Auszubildende vorgestellt mit den Worten "Ich bin die Richtige für Sie und will den Laden mal übernehmen", erinnert sich Michael Dommers.

Linda Spitzer will am Konzept des Salons nicht viel ändern. "Wir wollen die hohe Qualität halten", gibt sie die Richtung vor. Das hat Michael Dommers all die Jahre vorgelebt, dafür in Kauf genommen, als teuer zu gelten. "Mir war es immer wichtig, dass die Mitarbeiter sich weiterbilden können und ich sie vernünftig bezahle", beschreibt er sein Verständnis von Unternehmertum.

Sein persönlicher Dank geht vor allem an seine Mitarbeiterinnen und an seine Frau Margit. Sie habe ihm immer den Rücken freigehalten, und ohne sein Team hätte er den Friseursalon nicht so führen können.

Die Kunden müssen übrigens nicht alle in den nächsten zweieinhalb Monaten zum Friseur gehen, um noch einmal vom Meister selbst die Haare geschnitten zu bekommen: In den nächsten zwei oder drei Jahren wird Michael Dommers weiterhin an drei Tagen im Salon arbeiten.

Quelle: RP
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