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Leichlingen
Ex-Profi erteilt Lektion in Sachen Ehrgeiz

Leichlingen: Ex-Profi erteilt Lektion in Sachen Ehrgeiz
Ein Baum und viele Sprösslinge: Gestern gab der ehemalige Leverkusener Basketballer Frank Baum die Anweisungen im Sommercamp des LTV - neben den Kindern verfolgten auch die Trainer seine Ausführungen mit Interesse. FOTO: uwe Miserius
Leichlingen. Die 40 Teilnehmer des Basketball-Sommercamps des LTV bekamen Tipps von Frank Baum. Bei den Ausführungen des ehemaligen Spielers der Bayer Giants standen vor allem Motivation, Ehrgeiz und Mannschaftsgedanke im Vordergrund. Von Tobias Falke

Frank Baum ist kein Unbekannter. Zumindest nicht für Basketball-Anhänger in Leverkusen und Umgebung. In seiner Zeit als aktiver Spieler gehörte der 1,95 Meter große Shooting Guard dem Kader des TSV Bayer 04 Leverkusen an, als dieser in der Saison 1989/90 die Deutsche Meisterschaft gewann. Nach seiner Karriere als Spieler, die ihn auch noch nach Oberelchingen und Trier führte, war der inzwischen 46-Jährige unter anderem ein Jahr Assistenztrainer bei den Bayer Giants sowie Trainer der luxemburgischen Nationalmannschaft. Inzwischen arbeitet er als Sportlicher Leiter bei TBB Trier.

Und spätestens seit gestern kennen ihn nun auch die 40 Kinder, die ihre Ferien aktuell im Sommercamp des Leichlinger TV verbringen. Der Verein hatte Baum eingeladen und der kehrte nun in seine Heimat zurück, um den Nachwuchs-Basketballern wertvolle sportliche Tipps zu vermitteln. Auch die zwei Trainer Markus Rieser und Carsten Haberland verfolgten die Ausführungen ihres Gastes mit viel Interesse. Die beiden berichteten, dass es immer wieder eine schöne Erfahrung sei, wenn sie Frank Baum bei der Arbeit zusehen dürfen: "Klar, einiges von ihm kennt man schon. Aber man nimmt selbst immer wieder etwas Neues mit, das wir dann auch versuchen, als Trainer umzusetzen", erzählte Markus Rieser, der aktuell die zweite Mannschaft der Leichlinger trainiert.

Frank Baum war es wichtig, den Kids Ehrgeiz und Motivation beizubringen. Zum Beispiel anhand der Erkenntnis: Wer lediglich einmal die Woche trainiere, werde auf keinen Fall ein Profi werden. Dabei plauderte der gebürtige Leverkusener aus dem Nähkästchen. Nachdem er schon mehrere Sportarten - Fußball, Handball und Leichtathletik - ausprobierte, kam er erst im Alter von 15 Jahren zum Basketball. Seinem damaligen Trainer Dirk Bauermann, der unter anderem von 2003 bis 2011 die deutsche Nationalmannschaft trainierte, fiel auf, dass Baum nicht mit der linken Hand dribbeln konnte. Deshalb sei er ein halbes Jahr lang morgens eine halbe Stunde früher aufgestanden. Er habe dann in einer Kirche Stühle als Gegenspieler aufgebaut und so sein Dribbling stetig verbessert.

Auch nach der Schule sei er direkt wieder auf den Platz gegangen. "Für die heutigen Schüler ist das schwieriger", führte er aus und erklärte weiter: "Bei uns war die Schule schon um halb zwei aus. Ihr müsst ja mittlerweile bis vier Uhr lernen." Für die Vereinbarkeit von Schule und Sport sei das nicht gut. Beim Training machte Baum deutlich, dass er zwar durchaus laut werden könne, aber immer motivieren wolle: "Wenn ich nicht mehr mit euch rede, dann glaube ich nicht mehr an euch." Trotz aller Motivation und allem Ehrgeiz, vermittelte er den Kindern, stehe immer die Mannschaft an erster Stelle. Entsprechend lautet Baums Motto: "There is no I in team", was sinngemäß bedeutet, dass man sein eigenes Ego stets hinter die Mannschaft stellen sollte.

Nach seiner Motivationsrede brannten sämtliche Teilnehmer des LTV-Sommercamps darauf, die ersten Bälle zu prellen und zu werfen. Schnell rannten sie in die Bälle-Ecke, um sich einen geeigneten, wenn nicht sogar den besten Ball auszusuchen. "Gute Spieler spielen mit jedem Ball", rief Baum ihnen hinterher - und schob so einer langen Sucherei gleich mal einen Riegel vor.

Quelle: RP
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