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Leichlingen
Flüchtlinge in Haus Orth - Anwohner meist aufgeschlossen

Leichlingen. Bürgermeister Frank Steffes, Jugendamtsleiter Hubert Knops und Martina Riffel vom Allgemeinen Sozialen Dienst haben rund 80 Wolfstaller und Orther Bürger darüber informiert, was auf sie zukommt, wenn die ehemalige Gaststätte Orth ab Juli zur neuen Heimat 15 unbegleiteter, minderjähriger Flüchtlinge umfunktioniert wird. Von Ina Bodenröder

Seit November 2015 werden die Jugendlichen gleichmäßig auf die Jugendämter im Land verteilt, laut Quote müsste Leichlingen 22 aufnehmen. "Derzeit leben 13 unbegleitete Jugendliche bei uns", sagt Knops. Die meisten seien Jungen zwischen 15 und 17 Jahren aus Syrien und Afghanistan.

"Wir müssen sie wie Waisen behandeln und können sie nicht wie Erwachsene unterbringen. Außerdem erhalten sie eine besondere pädagogische Betreuung", erläuterte Steffes. In Haus Orth ist deshalb geplant, mit dem Deutschen Roten Kreuz als Träger Wohnraum zu schaffen, in dem die Flüchtlinge zunächst zur Ruhe kommen können, um danach in einer sogenannten Clearing-Phase Formalitäten zu klären und sie an das Leben in Deutschland zu gewöhnen. Pädagogisches Fachpersonal wird die Jugendlichen rund um die Uhr betreuen, nachts ist eine Sicherheitsfirma vor Ort. Im Außenbereich will die Stadt unter anderem eine Fahrradwerkstatt einrichten und Kreativangebote schaffen.

Die Anwohner zeigten sich mehrheitlich aufgeschlossen. Sorge hatte eine Nachbarin, dass sich der Frust über die dezentrale Lage der Unterkunft im Verhalten der Flüchtlinge niederschlagen könnte. Andere Anwohner hatten angesichts der großen Zahl junger Männer Angst um ihre Töchter. Ein Nachbar hingegen sorgte sich vor allem um den Marktwert seiner Immobilie durch die nahe Flüchtlingsunterkunft.

Konkreter wurde es bei der Frage, wie sich Einheimische und Flüchtlinge kennenlernen können. "Wir planen ein Begegnungsfest", sagte Martina Riffel. Außerdem könne der große Gaststättenraum für Gemeinschaftsaktionen genutzt werden, für die Nachbarn werde ein Ansprechpartner im Haus benannt. Die Sorge, es könnten mittelfristig mehr als die 15 Jugendlichen in Haus Orth untergebracht werden, entkräftete Steffes: "Es handelt sich um eine Jugendhilfeeinrichtung. Mehr dürfen dort nicht wohnen".

Quelle: RP
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